Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

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Gaby
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Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#1

Beitragvon Gaby » 30.03.2019, 14:47

Beitrag von Gaby » 30.03.2019, 14:47

Wie stark ausgeprägt ist oder war der Jagdtrieb bei euren Beaglen?
Wie ist es heute und wie war es in jungen Jahren?
Ab wann hat er sich gezeigt und wie seid ihr dann damit umgegangen?

Als Luna zu uns kam war mein allergrößter Alptraum, dass sie mir wegläuft wenn ich sie
von der Leine lasse. Genau so wird es dem Beagle ja immer nachgesagt und daher habe ich mich am Anfang auch kaum getraut sie von der Leine zu lassen.
Das erste Jahr war ich dann komplett mit ihr in der Hundeschule.
Ich war immer ausgerüstet mit einer Gürteltasche gefüllt mit Leckerlies und den Superpfiff habe ich ihr auch antrainiert. Geübt habe ich dann mit der Schleppleine.

Wenn wir unterwegs waren mit anderen Hunden und diese frei laufen durften, habe ich sie zwar auch abgeleint aber immer dieses ungute Gefühl dabei gehabt, irgendwann kommt der Jagdtrieb vielleicht mal durch und dann ist sie plötzlich weg. :scared:

Von anderen Beaglebesitzern hatte ich dann auch gehört, dass sie ziemlich sicher waren ihr Beagle hätte gar keinen Jagdtrieb und plötzlich mit ca. 2 Jahren z.B. einfach plötzlich abgehauen sind.

Mit der Zeit habe ich dann bei Luna gemerkt, dass ihr Jagdtrieb wohl doch gar nicht so ausgeprägt ist und ich wurde immer gelassener und sie durfte immer öfter ohne Leine laufen. :klatsch:
Meine Pfeife hatte ich aber immer bei mir und darauf hörte sie dann auch super. :smilie:
Heute kann ich sagen sie hat gar keinen Jagdtrieb oder so gut wie keinen.

Wie ist es bei euch? Wie stark ist der Jagdtrieb bei euren Beaglen? Ab wann hat er sich gezeigt und waren sie vielleicht sogar schon mal auf und davon? Und ihr musstet dann ohne sie nach hause? :scared:

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#2

Beitragvon tanja » 30.03.2019, 16:09

Beitrag von tanja » 30.03.2019, 16:09

Emma hatte einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, hat uns bereits mit 6 Monaten gezeigt, was ein perfekter Spurlaut ist und uns schreiend wie ein Krebs durch den Wald gezogen :crazy: Ich habe nie gedacht, dass ich sie je ohne Leine laufen lassen kann. Wir haben dann nix ausgelassen in Sachen Hundetraining: 1 Jahr Schleppleinentraining, ein Anti-Jagd-Training absolviert, bei einer Hundetrainerin das Fährten und diverse andere Alternativen zur Beschäftigung und als Ventil zum Jagen erlernt, usw.
Mit 3 J. haben wir sie, glaube ich, erst nach und nach ohne Leine laufen lassen. Bei ihr waren wir eigentlich die ersten 7 J. hoch konzentriert im Freilauf und haben bereits jedes Wittern abgebrochen. Immer die Pfeife für den Super-Notpfiff dabei, auf den wir sie konditioniert hatten, den ich aber tatsächlich nur 2 oder 3x in ihrem Leben anwenden musste. Davor sind wir nur in eingezäunten Flächen gelaufen, von denen es einige in HH und Umgebung gab. Selbst da ist sie mit Spurlaut abgegangen wir eine wilde Wutz :jumpgrin: Das Emmchen ist natürlich mit den letzten Jahren etwas ruhiger geworden, aber insgesamt hat sie uns sehr gefordert nicht nur in Sachen Jagdtrieb :jumpgrin:
In einem Jahr ist sie mit 7 J. zwei Mal ausgebüxt: Einmal dem damaligen Gassiservice, als zwei Rehe aufkreuzten. 4 Std. war sie weg, und ich dachte, ich würde sie nie wiedersehen :scared: Dann durch einen Zufall war das aber dann glücklicherweise doch der Fall :gott: Und im selben Jahr, als Lucy u uns kam, die da zum Glück an der Leine war, ist sie Volker in einem Naturschutzgebiet ausgebüxt, als ein Hase direkt vor ihnen hochging. Da war sie vielleicht 30 Min. weg und Volker hat immer versucht ihrem Spurlaut zu folgen. Irgendwann stand sie dann hinter ihm. Volker war fix und fertig von dem Gerenne und vor Angst...

Als Lucy im Alter von 2 J. zu uns kam, hatte sie laut Vorbesitzerin bereits ein positives Jagderlebnis und wurde irgendwann glücklicherweise von Spaziergängern gefunden, als ihre Flexileine an einem Baum festhing. Das war eigentlich auch ein Grund, dass wir sie nicht nehmen wollten... aber das ist eine andere Geschichte :winkgrin:
Auch bei Lucy habe ich damit gerechnet, dass ich sie nie ableinen könnte bzw. beide Beagle zusammen eh nie sondern nur einen zur Zeit! Sie ist auch das erste Jahr nur an der Leine gelaufen, und ich habe mit ihr wie mit Emma beschrieben intensiv anti-jagdlich gearbeitet. Bei Lucy hatten wir den Vorteil, dass sie viel Menschen bezogener ist, als Emma es war. Über die Bindung könnten wir bei ihr schnell Erfolge erzielen. Für Emmchen hätten wir uns die ersten Jahre eine Frikadelle an die Stirn nageln müssen, damit sie uns überhaupt interessant findet :crazy: Lucy hat mindestens genauso einen stark ausgeprägten Jagdtrieb wie Emma ihn hatte, aber ein weiterer Vorteil bei ihr ist, dass sie sich nach einer Spur oder der Begegnung mit Wild, Hasen o.ä. sehr schnell wieder einbekommt, schnell wieder zu erreichen ist. Emma hatte noch Stunden danach so viel Adrenalin, dass wir den Spaziergang abbrechen mussten, weil es so keinen Sinn mehr machte und sie uns quasi den Arm an der Leine auskugelte.

Lucy könnte jetzt sicher fast überall ohne Leine laufen, aber ich müsste auch höllisch aufpassen. Daher mache ich es von meiner Tagesverfassung abhängig und lasse sie ggf. an der langen Leine laufen. In mir unbekannten Gebieten sowieso. Aber insgesamt läuft sie ca. 90% ohne Leine :2thumbs:

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#3

Beitragvon Annette » 30.03.2019, 21:47

Beitrag von Annette » 30.03.2019, 21:47

Bei Kondi konnten wir bisher keinen Jagdtrieb feststellen. Sie läuft generell immer ca. 20 bis 30 Meter vor uns, bleibt dann stehen und wartet, bis wir wieder auf gleicher Höhe sind. Im Frühjahr/Winter entfernt sie sich mittlerweile auch mal etwas weiter, ist in ihrem Schnüffelmodus, läßt sich abrufen - sofern sie uns noch hört. Je nachdem wie der Wind steht hat sie damit seit einiger Zeit Probleme, deshalb werde ich jetzt auch wieder die Hundepfeife aktivieren. Die hatte ich ganz zu Beginn antrainiert. Nachdem wir gemerkt haben, dass Kondi immer abrufbar ist, hab ich das irgendwann eingestellt.
Amy war da anders. Ich vermute, ich kann es nicht genau behaupten: sie durfte bei den Vorbesitzern nie ohne Leine laufen. Grund: vermutlich war sie öfter mal auf Abwegen. Bei Amy war der Jagdtrieb sehr ausgeprägt. Je nach Tagesform blieb deshalb auch die Leine dran. Einmal war Amy weg, für ca. 2 Stunden. Allerdings war ein Schuß im Wald der Grund dafür: Amy hat sich erschrocken und rannte los. Sonntags Morgens - mein Mann rief ich verzweifelt zuhause an. Ich fuhr in den Wald, während Amy vermutlich genau die entgegengesetzte Richtung unterwegs war: Richtung nach Hause. Nach über einer Stunde erfolglosem Suchen bin ich zurück nach Hause, um Polizei, Tierheim, Tasso, Jäger etc. zu informieren: da saß Amy bellend vor unserer Haustür. :liebhab: Trotz ihrem Jagdtrieb lief sie die meiste Zeit ohne Leine, abgesehen während der Brut- und Setzzeit und wenn hoch Schnee lag und wir im Wald unterwegs waren.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#4

Beitragvon Silke » 31.03.2019, 11:45

Beitrag von Silke » 31.03.2019, 11:45

Fine hatte einen recht geringen Jagdtrieb. Sie ist auf Sicht hinter den Rehen / Hasen her aber sobald das "Objekt der Begierde" ausser Sicht war, war für sie die Jagd beendet und sie kam zurück. Ich konnte sie auch immer abpfeifen ... ausser bei Katzen. :smiley_emoticons_panik: Fines erste Begegnung mit einer Katze war ein einschneidendes Erlebnis. Wir gingen sspazieren und auf einmal kam eine Katze aus dem Gebüsch, sprang Fine auf den Rücken und krallte sich fest. So schnell konnte ich gar nicht reagieren und ich brauchte ein wenig, um Fine von der Katze zu befreien. Danach waren Katzen der Staatsfeins Nr. 1 und ich hatte keine Chance sie abzurufen.
Karla hat den Katzenhass dann einfach von Fine übernommen, ohne zu wissen warum :jumpgrin: Karla ist bei Rehen und Hasen ein absolutes Jagdgeschwader (Eichhörnchen, Vögel, Mäuse o.ä. sind ihr völlig egal). Da vergisst sie alles und ist nur noch in ihrem Trieb gefagen. Sie rennt dann in Stacheldraht, in Dornenbüsche und überwindet alles was sich ihr in den Weg stellt. Angefangen hat der Jagdtrieb mit 7 Monaten, als sie das erste Mal läufig war. Ich ahbe dann sofort mit Anti-Jagd-Training, Schleppleinen-Training und Ausweichverhalten angefangen, was auch super funktioniert hat. Sie war für mich gut kontrollierbar. An einem schönen Wintertag war ich mit ihr unterwegs, um mich herum freie, schneebedeckte Felder ... keine Rehe oder Rehspuren zu sehen, also Leine ab. Karla flitze über das Feld, kam immer auf Pfiff super zurück und bekam dafür Käse und Fleischwurst. Bei einem Rückpfiff, sie war noch ca. 15 m von mir entfernt, tauchten dann 6 Rehe auf dem Feld auf und ich konnte mit meinem Käse und der Fleischwurst einpacken. Karla änderte sofort ihre Richtung und ging in den Sichtlaut über. Ich sie noch eine zeitlang gehört und dann war Stille. Ich weiß es noch wie heute, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe. Es waren zweistellige Minusgrade und nach 2 Stunden setzte Eisregen ein. Bis 22 Uhr habe ich auf unserem Weg Decken mit Futterstellen ausgelegt und bin die Wege abgefahren. Keine Karla! Ich hatte eine Tierkomminakatorin eingeschaltet, die mir sagt, dass Karla immer noch jagen würde und sehr weite Strecken zurück legen würde. Irgendwann bekam sie keinen Kontakt mehr zu Karla. Am nächsten Morgen konnten wir die Gegend ein wenig eingrenzen in der Karla sich befand und nach insgesamt 20 Stunden habe ich sie wieder gefunden. Seitdem ist Karla nur noch an der Leine. Alles Training kann ich knicken. Sobald es um die Jagd geht, ist Karla unberechenbar und reagiert in Bruchteilen einer Sekunde.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#5

Beitragvon Bill » 31.03.2019, 12:34

Beitrag von Bill » 31.03.2019, 12:34

Bill stammt ja aus Spanien und kam ziemlich sicher von einem Jäger.

Der Jagdtrieb ist relativ ausgeprägt, wobei es sicher noch "schlimmer" geht. Kommt Wild in Sicht (Rehe, Hasen, Eichhörnchen sind ganz schlimm) ist Bill nicht mehr zu beeinflussen, er geht aber auch jeder Spur nach. Das ganze Programm mit Jagdkontrolltraining, Schleppleinentraining etc. haben wir natürlich auch durch und haben damit auch gewisse Erfolge erzielt, aber ohne Leine ist es ein Lotteriespiel. Aufgrund des Trainings können wir ihn in bestimmten Gebieten und je nach Tagesverfassung auch mal mit der schleppenden Schlepp laufen lassen. Sobald er beim ersten rufen nicht reagiert, nehme ich die Leine in die Hand. Ich habe es auch schon mutig ausprobiert (beim Mäuse jagen, da macht er nicht so viel Strecke), ob Bill doch mal nach mir schaut, wenn ich weiter weg bin, aber er interessiert sich dann ausschließlich für's jagen. Dann könnte ich mit einem ganzen Brathähnchen winken, das interessiert ihn nicht die Bohne.


In unserer Anfangszeit war der Spaziergang gelaufen, sobald das erste Reh/der erste Hase auftauchte. Ab dem Moment hatte ich ein zerrendes Nervenbündel an der Leine, dass sich durch nichts mehr beruhigen ließ, bis wir dann durchgeschwitzt und entnervt wieder zu Hause ankamen. Wenn wir unterwegs einfach mal stehen geblieben sind, um zu testen, was Bill dann tut, scannte er permanent die Umgebung ab und hatte nicht einen einzigen Blick für uns. Ich hab' das "Spiel" einmal 40 Minuten lang durchgehalten und habe dann aufgegeben, weil es langsam dunkel wurde. Daraufhin fingen wir an, das Kommando "schau" einzuführen, um überhaupt mal Aufmerksamkeit von ihm zu bekommen. Nach intensivem Training haben wir es immerhin geschafft, dass Bill zwar nach wie vor auf Wild reagiert, aber er beruhigt sich dann recht bald wieder und wir können entspannt weiter gehen. Wenn ich heute mal stehen bleibe, dreht Bill sich um und schaut mich an. Das reicht mir. Unsere Hundetrainerin sagte von Anfang an, dass Bill ihrer Einschätzung nach nie zuverlässig ganz ohne Leine laufen wird. Wir haben viel erreicht und kommen damit soweit klar.


Letzten Sommer ist mir Bill wegen meiner Leichtsinnigkeit einmal ausgebüxt. Das hat bei mir eine kleine Krise ausgelöst. Einmal bekam ich Sichtkontakt, woraufhin Bill mir auswich und schnell das weite suchte.Die naive Vorstellung, er müsste sich "freuen" mich zu sehen, war schnell dahin. Bei der zweiten Sichtung hatte ich Glück, er wollte ins Feld entwischen, zögerte aber einen Moment und ich flog hinter ihm her und konnte ihn grade noch so in den Schwitzkasten nehmen. Bill versuchte tatsächlich, sich zu befreien und wollte sich auf dem Weg zum Auto mehrfach entziehen - Geschirr und Leine hatte er unterwegs verloren, so war die "Rückführung" nicht so leicht. Ich habe mich noch tagelang gefragt, ob so ein Hund, dessen größte Passion und Leidenschaft das jagen ist, bei mir wirklich glücklich sein kann.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#6

Beitragvon jutta » 31.03.2019, 15:56

Beitrag von jutta » 31.03.2019, 15:56

Bei Elio stehen (noch) andere Sachen im Vordergrund. Allerdings muss ich auch betonen, dass Elio viel mehr an der Leine (SL) läuft, als Mo und Ho. Einerseits bin ich nicht mehr so mutig wie früher, andererseit sind die Gesetze viel härter geworden.

Mo und Ho hatten gemeinsam zwei Jagdausflüge. Einer davon war schon hart am Verträglichen. Auch Spuren im Wald wurden oft mit Gejole verfolgt.
Bei Elio bisher nichts von alldem. Trotzdem soll man bei einem Beagle immer drauf gefasst sein und wenn sie erst einmal auf den Geschmack gekommen sind, muss man immer wieder damit rechnen.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#7

Beitragvon Kirola » 31.03.2019, 16:36

Beitrag von Kirola » 31.03.2019, 16:36

Ares ist trotz Jagdausbildung und aus Jagdhundezucht der Hund mit dem niedrigsten Jagdtrieb. Er hat seine Arbeit immer gut gemacht, aber das hat er mit allem was wir gemacht haben. Er hat seine Nachsuchen hochkonzentriert und gut erledigt, aber ebenso gut war er beim Mantrailing oder bei der Zielobjektsuche. Auch am Apportieren hat er große Freude. Wir können ganz entspannt an Wild vorbeigehen, wenn er angeleint ist. Unangeleint ist er in einem kleinen Radius auch an Wild noch abrufbar. Ist er allerdings zu weit weg startet er durch. Ich glaube, hätte er keine Jagdhundeausbildung bekommen wäre er ein zuverlässiger Freiläufer geworden.
Unsere Rosa ist da ein anderes Kaliber. Sie ist eher der weibliche Bill. Mittlerweile können wir einen Spaziergang schon fortsetzen, wenn wir Wild gesehen haben. Mein Arm bleibt dann dran. Auf einer frischen Spur kreischt sie lauthals und sieht aus wie ein Tausendfüssler im Turbogang. Als sie zu uns kam war sie dann nicht ansprechbar. Aber sie wird allmählich etwas besser händelbar in solchen Situationen. Wenn wir dann die Spur verlassen beruhigt sie sich auch nach einer Weile wieder. Ableinen wird bei ihr aber, glaube ich, nie möglich sein.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#8

Beitragvon Bine » 31.03.2019, 21:43

Beitrag von Bine » 31.03.2019, 21:43

Als Lupo mit 5 Jahren hier einzog, zeigte er leichten Jagdtrieb. Er wollte Katzen hinterher, ist einmal 5 Minuten mit seinem Kumpel (Boxer) einem Reh nach, nahm Spuren auf und ging ihnen nach. Da er allgemein nicht erzogen war (2 Vorbesitzer) reagierte er weder auf seinen Namen, noch auf einen Rückruf.
Ich habe ihn anfangs nur an gut einsehbaren Stellen laufen lassen, mit seinem Kumpel dabei ging das ganz gut. Ich habe gleich mit der Erziehung begonnen und war auch recht bald erfolgreich. Bis zu seiner Taubheit mit 14,5 lief Lupo zu 99% frei, problemlos in Wald & Feld, ich musste mir nie Gedanken machen.
Ich habe viel an der Impulskontrolle und am sofortigen Gehorsam auf Distanz gearbeitet, das hat viel gebracht. Bei der Rehbegegnung hatte ich glücklicherweise vorher die Pfeife konditioniert, Lupo kam zurück - der Boxer blieb noch paar Minuten länger auf Spur.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#9

Beitragvon tanja » 01.04.2019, 06:58

Beitrag von tanja » 01.04.2019, 06:58

Bill hat geschrieben:
31.03.2019, 12:34
Ich habe mich noch tagelang gefragt, ob so ein Hund, dessen größte Passion und Leidenschaft das jagen ist, bei mir wirklich glücklich sein kann.
Du glaubst gar nicht, liebe Karin, wie oft ich mir diese Frage bei Emma gestellt habe! Im Nachhinein aber glaube ich schon, dass sie glücklich war - weil ich ihr versucht habe, so viele Ventile oder Jagdliche Ersatzmomente zu schaffen, wie es mir möglich war (Fänrten, Mantrailing, Dummy Verlorenensuche usw.). Und tatsächlich wurde sie durch das regelmäßige und intensive Fährten, mit dem wir ja ganz früh begonnen haben, jagdlich auch etwas ruhiger und handelbarer! Ein Hund, der mit einem Jäger richtig zur Jagd geht, kommt ja auch nicht andauernd zum Einsatz.

Dass, was du schreibst, Kirola, dass Ares ohne Jagdausbildung wohl ein zuverlässiger Freigänger geworden wäre, habe ich oft von Jägern über deren Hunde gehört! Und so dachte ich mir immer: O.k. Emma und Lucy kommen nicht in den Genuss als richtige Jagdhunde zu arbeiten. Dafür aber genießen sie Freilauf und bekommen fast täglich eine jagdliche Ersatzaufgabe von mir.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#10

Beitragvon Gaby » 01.04.2019, 07:47

Beitrag von Gaby » 01.04.2019, 07:47

Eure Berichte und Erlebnisse dazu finde ich echt total interessant. :2thumbs:
Und man sieht wie ganz unterschiedlich es doch sein kann mit dem Jagdtrieb.
Ich glaube auch wenn man dem Hund ausreichend Ersatz für das Jagen bietet und ihn anderweitig beschäftigt und auslastet ist der Hund auch zufrieden und glücklich.
Trotzdem finde ich es schon eine große Herausforderung mit einem ganz starken
Jagdtrieb umgehen zu können. Und dass man, wenn es so ist eben auch akzeptiert dass der Hund doch nicht ohne Leine laufen kann.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#11

Beitragvon Lori » 01.04.2019, 19:07

Beitrag von Lori » 01.04.2019, 19:07

Caesar hatte Jagdtrieb, ihn konnte ich auch ohne Leine laufen lassen, musste ihn aber gut im Blick haben, wenn er anfing zu grunzen, abrufen, dann war alles gut. Wenn ich quatschen mit jemandem beim Gassi gehen, kam er an die Leine. Sissi hat gar keinen Jagdtrieb, liegt neben den Kaninchen im Stall ? Sie zeigt zwar an, dass ssie eine spur hat, .ehr aber nicht.

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#12

Beitragvon BeagleFiete » 05.04.2019, 08:37

Beitrag von BeagleFiete » 05.04.2019, 08:37

Oh jaaaaa Fiete hatte Jagdtrieb.....mit Jejohle und gegrunze……. Egal ob nur eine Spur oder Wildsichtung......er war ohne Vorankündigung von 0 auf 100...… Mehrmals kreuzten Rehe unseren Weg, Himmel da war was los :jumpgrin: Ich hing hinten an der SL, und vorne zog Fiete mit voller Körperspannung und Gejohle....Er war in dem Moment nicht abrufbar, ich hätte mit einem Eimer voll Leberwurst da stehen können....war ihm egal.....

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Re: Jagdtrieb - wie ausgeprägt?

#13

Beitragvon lunanuova » 06.04.2019, 10:15

Beitrag von lunanuova » 06.04.2019, 10:15

Oh ja!
Jagdtrieb war definitiv vorhanden.
Ziemlich genau am ersten Geburtstag hat unser Hund bemerkt, dass er ein Jagdhund ist.
Von jetzt auf gleich, mitten aus dem Spiel mit Hundefreunden heraus ging er auf Jagd.
Ohne Vorwarnung.

Bis dahin war er der gehorsamste Beagle der Welt.
Ein Ruf - mein Hund kam.
Ein Handzeichen - mein Beagle kam aus der hintersten Wiesenecke angeflitzt.

Und am ersten Geburtstag war's, als hätte man einen Schalter umgelegt.
Mein Hund war weg und ich saß im Wald und schimpfte wie ein Rohrspatz.
Hauptsächlich auf mich selbst.
Nach ca 20 Minuten (gefühlt 20 Stunden) kam er zurück.
Grinste von einem Ohr zum andern und schien zu fragen: "Darf ich noch mal?"

Sein zweites Jagderlebnis hatte er ein halbes Jahr später.
Da war er drei Stunden lang mit schönstem Spurlaut unterwegs.
Und nur weil mein Sohn zufällig an der richtigen Stelle stand, als unser Hund nachschauen kam, ob wir noch da sind,
und nur weil er sich mit einem Satz auf unseren Hund warf, war die Jagd nach drei Stunden vorbei.

Im Jagdmodus war mein Hund nicht mehr ansprechbar. Da half auch Fleischwurst nicht mehr, die spuckte er glatt wieder aus. Im Alter war es mit dem Jagen vorbei, da lief er auf bestimmten Waldwegen wieder ohne Leine.

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