Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

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Gaby
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Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#1

Beitragvon Gaby » 09.09.2019, 10:06

Beitrag von Gaby » 09.09.2019, 10:06

Als wir uns entschieden haben einen Beagle ins Haus zu holen musste ich damals manchmal ganz schön schlucken über das was man so im allgemeinen zu hören bekam. :gruebel:
Viele erzählten uns Geschichten über Beagles die sich nicht erziehen lassen, die bei jeder Gelegenheit ausbüchsen und kein bisschen auf ihre Besitzer hören.
"Wollt ihr euch wirklich einen Beagle holen?" Das bekamen wir mehr als einmal zu hören.

Bei einigen Hundeschulen hatte ich vorab mal nachgefragt und auch da waren
Hundetrainer der Meinung ein Beagle wäre schwer erziehbar..

Was dem Beagle so nachgesagt wurde konnte einem den Eindruck vermitteln dass die Erziehung eines Beagles nicht vergleichbar ist mit der Erziehung anderer Hunderassen. Das ist ja nun schon ein paar Jahre her.

Aber ist diese allgemeine Meinung heute immer noch so oder ist das nun längst überholt und widerlegt ?
Wie wurdet ihr z.B. in der Hundeschule empfangen?

Ich finde es immer wieder traurig wenn man hört, dass Leute ihren Beagle wieder abgeben und dann so in etwa sagen:
"Tja dass es so schwierig wird mit einem Beagle hätten wir uns dann doch nicht vorgestellt."
Sobald es Schwierigkeiten gibt, wird es einfach der Rasse zugeschrieben und dann nicht als normales Hundeverhalten oder Welpenverhalten angesehen.

Anscheinend hätten wir dann ja mit Luna als Beagle das große Los gezogen. Wir haben sie zeitgleich mit dem Hund meines Bruders bekommen einen Golden Retriever. Und ich kann sagen dass Luna nicht schwieriger zu erziehen war.
Sie hat mindestens genauso gut gehört und war sehr lernwillig. Die Tatsache dass sie für Leckerlies alles macht hat war bei der Erziehung natürlich sehr förderlich. :klatsch:
Wie seht ihr das und würdet ihr sagen, ja da ist tatsächlich so, der Beagle ist auf jeden Fall schwer erziehbar oder schwerer zu erziehen als andere Rassen?

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar

#2

Beitragvon BeagleFiete » 09.09.2019, 10:21

Beitrag von BeagleFiete » 09.09.2019, 10:21

Gaby bei uns war es damals ähnlich. Waaaaas ihr wollt Euch einen Beagle ins Haus holen.....dann kam alles das was Du schon aufgezählt hast. Fiete war unser erster Hund, wir haben uns gut informiert über die Rasse, hatten eine super gute Huschu, und es klappte gut. Fiete war echt gut erzogen, wir konnten ihn überall mit hinnehmen, er war ein Engel auf 4 Pfoten :liebhab:

Aber ich glaub das ist noch in vielen Köpfen so drin Beagle = nicht erziehbar , was totaler Schwachsinn ist.

Mein persönlich Motto ( mit einem Augenzwinkern) war immer : Einen Beagle kann man nicht erziehen, man muss ihn überzeugen :jumpgrin:

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar

#3

Beitragvon Steffen64 » 09.09.2019, 10:49

Beitrag von Steffen64 » 09.09.2019, 10:49

Wir haben ja "nur " einen Beagle-Mix aus'm Tierschutz. Und es ist unser erster Hund. Die oben genannten "Vorurteile" haben wir nicht ansatzweise gehört. Wir haben uns nur gewundert, dass kein Beagle in unserem Hundeverein ist. Und das ist seit fast 4 Jahren so. Aber es stimmt schon, ein Beagle hat seine eigene Meinung über die Welt, in der er lebt. Den "will to please- Gedanken hat er sicher nicht. Ginger macht erst ihr Ding zu Ende. Erst dann wird überlegt, mal dem Alten zuzuhören. Wenn ich kein Leckerli anbieten kann, wird's schon schwer, gewisse Dinge einzufordern. Dies können mir unsere 3 Beagle-Besitzer in der Nachbarschaft bestätigen.

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar

#4

Beitragvon Beagledaddy » 09.09.2019, 11:19

Beitrag von Beagledaddy » 09.09.2019, 11:19

Ja, diese Vorurteile existieren immer noch; auch in Hundeschulen. Nicht in allen, aber in einigen. Das ist wohl auch davon abhängig, ob der Trainer/die Trainerin eine bestimmte Rasse bevorzugt.
Jule war unser erstes vierbeiniges Familienmitglied. Ihre Erziehung empfanden und empfinden wir nicht als sonderlich schwer. Allerdings setzt das Konsequenz voraus. Nicht nur die verbale, sondern die aktive, tatsächlich durchgeführte.
Bei Paula war es ähnlich. Aber sie ist anders als Jule, jedoch nicht "schwerer" erziehbar.
Bei unseren zweibeinigen Kindern war das auch nicht anders.
Was ich mittlerweile so mitgekriegt habe, ist, dass die meisten "schwer erziehbaren" Hunde (nicht nur Beagles) unter der Inkonsequenz und "voreilender Angst" ihrer Besitzer leiden und total verunsichert sind.
Ja, mit einigen Eigenheiten der Beagles muss man leben; aber wenn man damit umgehen kann und sich drauf einlässt, sind sie die besten Hunde der Welt. Jedenfalls für uns.
Und auch wenn Jule gut ohne Leine unterwegs ist, so gilt doch häufig:
Ein Hund kommt, wenn man ihn ruft. Ein Beagle nimmt die Einladung dankend an und kommt bei Gelegenheit darauf zurück. :winkgrin:

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#5

Beitragvon Bine » 11.09.2019, 06:26

Beitrag von Bine » 11.09.2019, 06:26

Als ich Lupo vor fast 11 Jahren aufnahm (5 Jahre alt), als Ersthund, bekam ich auch manche Befürchtung zu hören, manche gaben ihre Meinung auch gern ungefragt beim Gassi ab.
Mit Hundeschulen/ Trainer haben wir keine Erfahrungen - wir brauchten nichts davon.

Beim Einzug zeigte der Herr einiges, was man Beagles so als typisch nachsagt.
Er war ignorant, er klaute wie ein Rabe, er lief über den Tisch, räumte den Müll aus, er forderte laut, was er wollte -und trotzte noch lauter, wenn er nicht bekam was er verlangte, er war verfressen ohne Ende und verlor sämtliche Kontrolle beim Anblick von Essen, er sammelte alles ein draußen. Draußen ging die Nase auf den Boden, Hund machte den Husky an der Leine und vergaß, dass da noch wer an der Leine hing... :rolleyes: :pfeif:

Ich machte mich gleich daran, an diesen kleinen Macken zu arbeiten, mit Wissen welches ich mir über die Jahre des Hundewunsches angelesen hatte. Es funktionierte wunderbar. Über Konsequenz, Schnelligkeit, viel Lob und Management lernte er sehr schnell und bald auch gern - es lohnte sich ja. :smilie:

Nach etwa 6 Monaten wurde ich das erste mal angesprochen, wo der Hund denn DAS ALLES gelernt hätte - und ob ich helfen könnte, der eigene Hund ist so....
Ich war dann gern mal behilflich - und fand den Beagle NICHT schwieriger als andere Hunde - manchmal anders, aber nicht schwieriger.

Wir machten immer weiter mit der Erziehung, es reizte mich zu schauen, was er alles lernen könnte. Ich mag zackigen Gehorsam, find es prima wenn der Hund schnell und zuverlässig reagiert, egal was da ist oder kommt. Lupo hat es wirklich prima gemacht, bekam sogar mal Lob von einem alten Mann, der früher Schäferhunde auf dem Platz trainiert hat. :klugscheisser:
Er ist heute als tauber, alter Opa noch gehorsamer als die meisten Hunde, die hier so rumlaufen. Klingt jetzt furchtbar - ist aber tatsächlich so. :nixweiss:

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#6

Beitragvon Annette » 11.09.2019, 08:28

Beitrag von Annette » 11.09.2019, 08:28

Nö, ganz im Gegenteil: der Beagle lernt schnell und die meisten sind sehr sehr lernwillig. :winkgrin:
Ein Hund ist in erster Linie ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Vorlieben. Rassetypisches Verhalten kann man nicht "abgewöhnen", dafür läßt sich vieles für's Training nutzen. Ohne Lohn keine Leistung: deshalb wird bei uns alles was der Hund gut macht, auch entsprechend belohnt. Wird neues trainiert, gibt's halt auch entsprechend viele Leckerchen wenn es der Sache dient. :lachtot:
Kondi ist nur einer von vielen Hunden in unserer Familie und ich bin überaus glücklich und stolz behaupten zu können: sie ist am besten erzogen. :liebhab:
Für mich ist in der Regel nicht der Hund für sein Verhalten verantwortlich, sondern seine Menschen: je mehr man sich darauf einlassen kann, welches Bedürfnis
vorhanden ist, umso leichter fällt das Training. Je mehr positives belohnt wird, umso weniger Platz bleibt für negatives.

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#7

Beitragvon jutta » 11.09.2019, 09:46

Beitrag von jutta » 11.09.2019, 09:46

In erster Linie ist er nicht schwer erziehbar, sondern anders.
Bei jedem Hund sollte man die spezifischen Verhaltensweisen vorher beleuchten und schauen, passt der zu mir.
Dieses "eigenständig" sagt ja schon viel aus und darauf muss ich mich einstellen und das Beste draus machen. Wer lieber Kadavergehorsam bevorzugt, sollte sich halt anderweitig umschauen.

Man sollte aber schon wissen, dass ein junger Beagle ne besondere Herausforderung ist, denn hier summiert sich etwas, was einen schon an seine Grenzen bringen kann. Damit meine ich diese Eigenständigkeit gepaart mit jugendlichem Übermut.
Da sind dann die Hundehalter etwas im Vorteil, wenn sie einen Beagle 5+ zu sich holen.

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#8

Beitragvon Nadja » 12.09.2019, 04:56

Beitrag von Nadja » 12.09.2019, 04:56

Bei uns war es ähnlich, als wir uns für einen Begale entschieden hatten. Meine Tante hatten einen Beagle mit so einigen beagletypischen Unarten und viel gelesen über die Rasse hatte ich auch. Eines war definitv klar: ich will so einen Charakterhund.

Wir hatten in 5 Hundeschulen angefragt, 4 davon sagten gleich: Beagle?? Nehmen wir nicht, den kannste eh nicht erziehen. Toll.
Als wir dann in der Hundeschule waren, war es eine Katastrophe...alle hatten ihren Welpen bei sich sitzen nur ein Päärchen nicht...dessen Hund war überall unterwegs, interessierte sich aber einen feuchten kehrricht für seine Besitzer trotz speck in der Hand :rolleyes: es war echt peinlich...daheim klappten die Übungen, dort: NULL!!!

Wir haben dann beschlossen, dass wir das doch auch ohne Hundeschule hinbekommen. und so war es dann auch, Jacky war sehr lernbereit, hat alle Grundkomandos schnell gelernt und zumeist auch immer ausgeführt. Sie konnte ganz viele Kunststückchen :liebhab: . Nur eines haben wir nie aus ihr herausbekommen: das Klauen, das war bis zum Schluss ein Thema. Achja und Taschen trotz Reisverschlüsse öffnen - eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

Wir haben von vielen gehört: die hört aber für einen Beagle echt gut, der Beagle kann ja an der Leine gehen ohne zu ziehen...

Mit Konsequenz, Leckerlis und viel Liebe konnten wir sie echt gut erziehen und auch überall mithinnehmen ohne sich groß zu blamieren (bis auf ein paar Essens-Diebstähle oder ausgeräumte Handtschen bei Freunden/ Bekannten -aber die kannten sie ja und nahmen es meist mit Humor).

Jacky war schon ein Charakterkopf mit einigen Macken gepaart mit gewissen Sturheit. Aber genau deswegen liebe ich meinen Hund so, deswegen war sie mein absoluter Traumhund!! :liebhab:

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Re: Vorurteil oder Realität - sind Beagles schwer erziehbar?

#9

Beitragvon tanja » 12.09.2019, 09:47

Beitrag von tanja » 12.09.2019, 09:47

Es war viel Arbeit, unsere zwei nach unseren Vorstellungen zu erziehen - Ja! Da ich aber nie einen Hund einer anderen Rasse hatte, habe ich keinen Vergleich, um die Eingangsfrage beantworten zu können :nixweiss:
Da wir mit Emma (die mit allen Wassern gewaschen war!), all das erreicht haben, was wir wollten, weiß ich: Es ist alles möglich mit einem Beagle - auch wenn viele das bestreiten :winkgrin: Anders bei Lucy: Ich hätte zwar bei ihr NIE gedacht, dass ich sie so hinbekomme, aber da sind die ersten zwei (wichtigen) Jahre, die mir fehlen. Dadurch hat sie im Vergleich zu Emma Defizite, die sie auch nicht mehr aufholen kann (und muss :liebhab: ).

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