Futterbeutel- Infrage stellen!?

Womit wir unsere Hund auslasten können!
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Futterbeutel- Infrage stellen!?

#1

Beitragvon Anita » 06.02.2012, 10:10

Beitrag von Anita »

Hallo Leuts

Ich würde gerne mehr mit dem Futterbeutel arbeiten und die Jungs so ein wenig schaffen lassen, das Hirn aktivieren, die Beziehung stärken, usw.

Nun meine Frage, die mir seit einigen Tagen durch den Kopf geht: Ist das überhaupt sinnvoll? Ist das eigentlich nicht wider der Natur, dass ein Hund seine Beute einem Gruppenmitglied bringen und abgeben muss?
Hat das was mit Jagen zu tun, wenn ich es zB mit der Reizangel machen möchte? Ist das Bestechung?

Das sind so meine Fragen und ich hoffe, dass ihr meinen Gedanken folgen könnt! :jumpgrin:

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#2

Beitragvon BeagleFiete » 06.02.2012, 10:28

Beitrag von BeagleFiete »

Hi Anita

Gute Frage :gruebel: Hab ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht.Ich arbeite auch gern mit Futterbeutel, zum Apportieren und zum suchen.Eine (selbst gebaute) Reizangel hab ich auch.Ich kann Dir nur berichten das Fiete bei beiden Sachen voll begeistert bei der Sache ist , und das total gern macht.Tja jetzt konnte ich Dir nicht wirklich weiter helfen, müsste ich mir selbst mal Gedanken drüber machen :gruebel:



LG Maren und Fiete-Män :kinggrin:

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#3

Beitragvon Anette » 06.02.2012, 11:19

Beitrag von Anette »

Gemeinsames Jagen und gemeinsam zum Erfolg (ohne Mensch nicht ans Futter) sind doch die Hintergründe für die Arbeit mit dem Futterbeutel.

Dazu habe ich von Ute zwei tolle Links, die ich Euch gerne einstelle:
Workshop
Futterdummy-Anleitung von Ute

Bienchen

#4

Beitragvon Bienchen » 06.02.2012, 11:42

Beitrag von Bienchen »

Ich arbeite auch schon lange mit dem Futterbeutel. Ich finde auch, dass man den Hund damit toll auslasten kann. Ob es das reine Apportieren ist, oder man den Hund in die Suchverloren schickt. Ich finde, dass man den Hund damit super auf sich konzentrieren kann und gerade das Teilen der Beute in Augen des Hundes eine souveräne Geste ist. So stelle ich es mir zumindest vor und ich habe schon das Gefühl, dass Hugo und Uschi den Beutel gerne zu mir bringen. Man kann tolle Impulsübungen damit machen, aktive Belohnung schaffen oder auch ungewünschtes Verhalten umlenken.

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Re: Futterbeutel- Infrage stellen!?

#5

Beitragvon Verena & Elli » 06.02.2012, 14:32

Beitrag von Verena & Elli »

AnitaFrank hat geschrieben: Ist das eigentlich nicht wider der Natur, dass ein Hund seine Beute einem Gruppenmitglied bringen und abgeben muss?
Das Zurückbringen der Beute hat seitens des Hundes sehr viel mit Gehorsam zu tun und damit, dass er seinem Menschen vertraut.

"Natürlich" in deinem Sinne wäre es da schon eher, wenn ein Hund (sprich ein Beutegreifer) mit seiner Beute davonrennen und sie in Sicherheit bringen und/oder auffressen würde .
Hunde untereinander würden sich auch nicht gegenseitig etwas apportieren :jumpgrin: .
Aber darum geht es doch gar nicht.

Wenn das entsprechende Vertrauen in den Hundeführer da ist (und/oder wenn der Hund gelernt hat, dass das Apportieren für ihn tatsächlich Vorteile bringt => zum Beispiel in der einfachsten Variante Tauschgeschäft: Beute abgeben heißt: "von Frauchen gibt es Futter" ), lernt ein Hund - sozusagen wider seine "NATUR" - dass sich die Kooperation mit dem Menschen lohnt.

Dabei gibt es Hunde(rassen), die fast "von Natur aus" bzw. aufgrund züchterischer Auslese dem Menschen Dinge zutragen. Da muss man nur gekonnt fördern, um dem Hund das gewünschte Verhalten zuverlässig anzutrainieren.
Dann gibt es aber auch Hunde, die ein starkes Bedürfnis haben, die Beute für sich zu behalten. Da muss man eben mehr und länger überzeugen, um die Beziehung zwischen Mensch und Hund intensier werden zu lassen.

EDIT: Letztlich ist das das mit der "Natur" bei Hunden eine schwierige Kiste, finde ich, da man doch immer wieder von Untersuchungen liest die belegen, wie sehr unsere Haushunde ihre Menschen brauchen (teilweise mehr als Artgenossen/ ist aber abhängig vom jeweiligen Hundetyp und der Rasse!!!) Sie sind unsere Haustiere und haben ein Bedürfnis etwas mit uns zu machen und sind immer besser in der Lage, uns zu verstehen und zu "lesen".
Letzten Endes ist ein Hund von seinem Besitzer abhängig und da ist es ja nur gut, wenn er ihm dann vertraut und sich auf ihn verlassen kann.
AnitaFrank hat geschrieben: Hat das was mit Jagen zu tun, wenn ich es zB mit der Reizangel machen möchte? Ist das Bestechung?
Das verstehe ich nicht. Wie meinst du das? :gruebel:

Anja S

#6

Beitragvon Anja S » 06.02.2012, 15:02

Beitrag von Anja S »

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Futterbeutelarbeit ist eine klasse Sache! Es fördert die Zusammenarbeit und lastet den Hund aus.

Meine beiden Beagles fand es anfangs allerdings schon sehr widernatürlich, mir die Beute zu bringen :jumpgrin: . Aber irgendwann hatten sie begriffen, daß sie nur durch mich ans Futter kommen. Und wenn ich jetzt die strahlenden Augen von Dolly sehe, wenn ich den Futterbeutel hervorhole, kann ich nur sagen, die Arbeit hat sich gelohnt :kinggrin:

Bienchen

#7

Beitragvon Bienchen » 06.02.2012, 15:16

Beitrag von Bienchen »

Hugo hat bei den ersten Versuchen auch öfter versucht das Ding weg zu tragen und alleine an den Inhalt zu kommen, aber dann hats geklappt. Uschi apportiert von Welpenbeinen an immer alles, ohne dass ich es ihr beibringen musste :jumpgrin: mal so gar nicht beagletypisch.

Chuper

#8

Beitragvon Chuper » 06.02.2012, 15:39

Beitrag von Chuper »

Also ich fang jetzt auch bald mit Wolke an den Futterbeutel zu benutzen und die Reizangel ist jetzt schon jedesmal das Highlight - Sie muss nur den Blauen Ball sehen und sie geht ab wie Schmitz Katze :liebhab:

In der Natur des Hundes ist ja schon wie geschrieben das es sich lohnt mit dem Menschen zu beschäftigen, ich hab mal gelesen das die ersten "Wild-Hunde" früher die Lager von Menschen bewacht haben und dafür gab es immer die Essensreste (Fleich etc.), die sollen sogar mitgezogen sein wenn die Lager gewandert sind.

Bienchen

#9

Beitragvon Bienchen » 06.02.2012, 15:51

Beitrag von Bienchen »

@Seven: Sei mit der Reizangel vorsichtig. Mache nur kleine und nicht allzu schnelle Bewegungen, denn ich denke für die weichen Babyknochen ist das schnelle Sprinten und abstoppen sonst eine zu starke Belastung. Ich finds echt toll, was du schon alles mit ihr machst, nur die Ruhepausen nicht vergessen, sonst kommst du später nicht mehr hinterher mit der Beschäftigung.

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#10

Beitragvon Ulrike » 06.02.2012, 17:32

Beitrag von Ulrike »

Ich arbeite mit Nelly inzwischen nur noch im Garten mit dem Futterbeutel. Nach mehreren Attacken frei laufender Hunde auf ihren Futterbeutel ist mir das draußen einfach zu gefährlich geworden :afraid: . Ein geklauter Ball oder auch ein Dummy geht gerade noch, aber bei Futter hört der Spaß eindeutig auf. Und ich habe diese Hunde vorher nicht gesehen :gott:....
AnitaFrank hat geschrieben:Ist das eigentlich nicht wider der Natur, dass ein Hund seine Beute einem Gruppenmitglied bringen und abgeben muss?
Finde ich nicht, eher im Gegenteil: Für mich ist das Teamarbeit. Nelly bringt mir den Futterbeutel, bringt mich also in den Besitz der Beute und bekommt dafür von mir die Belohnung aus dem Beutel. Nelly gefällt diese Arbeitsteilung Beute gegen Futter :kinggrin:
Hat das was mit Jagen zu tun, wenn ich es zB mit der Reizangel machen möchte? Ist das Bestechung?
Für mich hat das schon was mit Jagen zu tun, weil da 2 Dinge zusammenkommen: Beute und Bewegungsreiz durch den Futterbeutel. Ich häng auch gerne mal einen Futterbeutel an die Reizangel (auch wenn der Sinn von Reizangeltraining von manchen ganz anders gesehen wird :gott:). Wenn Nelly den Beutel fängt, gibt sie ihn ab und bekommt daraus wieder ihre Belohnung.

Anita, was du mit Bestechung meinst, versteh ich auch nicht ganz :gruebel:

Floh

Re: Futterbeutel- Infrage stellen!?

#11

Beitragvon Floh » 06.02.2012, 18:25

Beitrag von Floh »

Erstmal @Sven ...
Ich will jetzt keine Spaßbremse sein, aber für einen Hund in Wolkes Alter darf es keine Reizangel geben. Ein absolutes No Go für Hunde unter einem Jahr (bei großwerdenden Rassen noch etwas länger)! Würde jemand sowas mit meinem Hund in dem Alter machen, würden sich bei mir nicht nur die Fußnägel kringeln!

Anita, du machst dir ja mal Gedanken :jumpgrin:
Ich finde aber, dass du die Frage schon selbst beantwortest ...
AnitaFrank hat geschrieben:Ich würde gerne mehr mit dem Futterbeutel arbeiten und die Jungs so ein wenig schaffen lassen, das Hirn aktivieren, die Beziehung stärken, usw.
Sicher ist der Futterdummy an der Reizangel kein richtiges Jagen, er erfüllt nur einen Teil dieses Verhaltenskomplexes - Hetzen, Beutegreifen z.B. ... Wenn du deinen Affen Jagd verschaffen willst, dann schick' sie im Wald los :winkgrin:
Die Reizangel bietet halt die Möglichkeit, Teilaspekte der Jagd gesellschaftstauglich zu gestalten, sprich, z.B. an der Impulskontrolle zu arbeiten. Bei einem Hund, dem das Hetzen im Blut liegt, ist das eine hervorragende Möglichkeit, ihm den Adrenalinkick nur dann (anhaltend) zu bieten, wenn er sich an bestimmte Regeln hält.
Entgegen dem Herrn Rütter sehe ich auch nicht unbedingt das Reizangeltraining als tolle Hirnauslastung an - das schafft dann wieder der (Futter)Dummy, den man suchen, oder sich freiarbeiten muss. Die Mischung macht's :2thumbs:
Und beim Futterdummy ist wie meistens in der Haushundehaltung ziemlich viel wider die Natur - Hunde futtern auch selten aus einem Beutel oder bekommen, noch seltener hoppelt ihnen um halb vier ein Häschen in den Napf :winkgrin: Aber dass man Beute mit seinem Rudel teilt, ist zumindest absolut natürlich.

Also, wenn die Zielsetzung Hirn anstrengen, Bindung stärken ist ... dann ran! Wenn die Zielsetzung eine artgerechte Futterbeschaffung ist, dann auf zur freien Fahrt im Wald (aber gib den Äffchen vorsichtshalber einen Einkaufsgutschein für den Supermarkt deines Vertrauens mit :jumpgrin: ).

Liebe Grüße, Jutta

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