Beagle schwerer motivierbar - Grund Vorurteil?

Womit wir unsere Hund auslasten können!
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Verena & Elli
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#61

Beitragvon Verena & Elli » 21.03.2012, 19:49

Beitrag von Verena & Elli »

Klarissa hat geschrieben:Wir waren mit den beiden Beagles im letzten Jahr auf 7 Unterordnungsturnieren. Keine Ortsgruppenprüfungen sondern Cupturniere.

Wir erreichten zwischen 94 (von den 100) ...und (letztens mit Lissamäuschen) 76 Punkte.
Herzlichen Glückwunsch, das ist ja klasse! :kinggrin:
Klarissa hat geschrieben:Für sehr ehrgeizige Turniergeher ist der Beagle wahrscheinlich nix - Oooder er ist gerade deshalb eine besondere Herausforderung?
Das verstehe ich nicht, wie passt es für dich zum Rest deiner Ausführungen?!
:gruebel:
Klarissa hat geschrieben:Apropos: Ich bin im letzten Jahr total desillusioniert worden.
Wir haben auch privat Turnierleute mit tollen Spitzenhunden kennengelernt die jedes Mal am Stockerl stehen, alle Pokale abräumen - und die im Alltag mit ihren Tieren schlecht zurecht kommen.
Was habe ich von einem Malli der voll motiviert jede Prüfung absolviert, aber nirgendwohin mitzunehmen ist weil er im Alltag eine Katastrophe ist?
Inwiefern kommen die denn im Alltag nicht klar?
Ist aber doch nichts ungewöhnliches, dass Hunde, die auf Hundeplätzen klasse "funktionieren" sich im Alltag nicht gerade vorbildlich benehmen, wenn die dazu gehörigen Menschen es versäumen, die Erziehungs des Hundes auch im wirklichen Leben stattfinden zu lassen... Finde ich auch fragwürdig, aber wenn man einen Hund fast ausschließlich auf irgendwelchen Hundesportplätzen trainiert, wird er ganz unabhängig von der Rasse im Alltag "eine Katastrophe" sein. Nur Ausbildung und "Tricks lernen" reicht eben nicht. Und dass Malis vom Charakter und Nervenkostüm her einen guten, gelassenen und souveränen Hundeführer brauchen, liegt auf der Hand... aber das ist jetzt schon wieder sehr off topic, ähäm.
Klarissa hat geschrieben:Seit kurzem trailen wir - Also: DA sag mir mal einer ein Beagle sei nicht zum Arbeiten zu motivieren!
Beim Mantrailing muss man den Hund "sein Ding machen lassen" und dabei als Hundeführer aufpassen, dass man ihm möglichst wenig im Weg steht! Das ist natürlich genau das Richtige für einen Beagle, aber diese "Hundesportart" (wenn man es so nennen will) hat ja nun extrem wenig mit der Motivierbarkeit des Hundes in Bezug auf seinen Menschen zu tun.

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#62

Beitragvon Silvia » 21.03.2012, 21:59

Beitrag von Silvia »

O.K. Verena, du hast natürlich recht damit dass ich gerade dabei bin zu lernen meinem von Natur aus voll motivierten Beagle beim Trailen nicht im Weg zu stehen.

Irgendwie habe ich aber trotzdem im Hinterkopf dass er diese ganz bestimmte Person sehrwohl für mich sucht weil ich ihm die Zusammenhänge gelernt habe ... und die Motivationshäppchen dieser Person mitgegeben habe :gruebel:

Auch auf der Fährte soll er genau DIE Spur ausarbeiten die erwünscht ist. Und nicht die vom Hasen daneben. Warum sollte er Gegenstände anzeigen die drauf liegen? Auch das zu tun muss er erst von seinem Menschen motiviert werden.

Meine Trainerin hatte lange recht herablassend gesagt dass die Beagles ja nix bringen. - Sagt sie nicht mehr. :kinggrin:
Verena & Elli hat geschrieben:
Klarissa hat geschrieben:Für sehr ehrgeizige Turniergeher ist der Beagle wahrscheinlich nix - Oooder er ist gerade deshalb eine besondere Herausforderung?
Das verstehe ich nicht, wie passt es für dich zum Rest deiner Ausführungen?!
:gruebel:
Leute die vorhaben auf Unterordnungsturniere zu gehen schaffen sich wahrscheinlich eher keinen Beagle an. Nicht weil er überhaupt nicht geeignet wäre. Er ist dazu zu motivieren!!!

- Aber weil er eigentlich für etwas anderes gezüchtet wurde was er besser kann und was er sicher lieber macht. Etwas mit Nasenarbeit z.B.

Für die Unterordnung (Ich meine damit vor allem Wettkämpfe!) gibt es Rassen die viel geeigneter sind. Ich persönlich glaube auch dass es leichter ist mit etwas größeren Hunden zu "arbeiten" - Aber das ist nur eine ganz persönliche Beobachtung von mir.

Mir war ehrlich gesagt vorher nicht klar dass Hundesportler, die sehr viel Zeit in ihr Hobby investieren das Benehmen ihre Hunde außerhalb des Platzes so wenig unter Kontrolle haben könnten - dass sie es teilweise auch gar nicht wollen und voll zufrieden mit der Situation sind. Also dass sie selber gar nicht die Motivation haben das zu ändern.

So eine Einstellung widerspricht meinem Verständnis zur vernünftigen Hundehaltung weil in meinen Augen der Hund nunmal kein Sportgerät ist, sondern ein Lebewesen das mit mir zusammenlebt.

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#63

Beitragvon Ulrike » 21.03.2012, 22:59

Beitrag von Ulrike »

Verena & Elli hat geschrieben:
Klarissa hat geschrieben:Seit kurzem trailen wir - Also: DA sag mir mal einer ein Beagle sei nicht zum Arbeiten zu motivieren!
Beim Mantrailing muss man den Hund "sein Ding machen lassen" und dabei als Hundeführer aufpassen, dass man ihm möglichst wenig im Weg steht! Das ist natürlich genau das Richtige für einen Beagle, aber diese "Hundesportart" (wenn man es so nennen will) hat ja nun extrem wenig mit der Motivierbarkeit des Hundes in Bezug auf seinen Menschen zu tun.
Huhu Verena,

äähhmm, da komm ich jetzt aber auch nicht ganz mit :gruebel: .

Wenn man beim Trailen den Hund nur "sein Ding machen lassen" muss und als Mensch nichts anderes tut, als ihm möglichst wenig im Weg zu stehen, kommt man im Leben nicht bei der Suchperson an, allenfalls durch Zufall.

Trailen ist Teamarbeit! Der Vorteil beim Beagle ist doch der, dass er oft von vornherein schon motiviert ist, weil das eine Art der Auslastung ist, die zu seinen genetischen Vorgaben passt. Das mache ich mir als Mensch zunutze, weil Beagles in der Regel Nasentiere sind :winkgrin: .
Klarissa hat geschrieben:Irgendwie habe ich aber trotzdem im Hinterkopf dass er diese ganz bestimmte Person sehrwohl für mich sucht weil ich ihm die Zusammenhänge gelernt habe ... und die Motivationshäppchen dieser Person mitgegeben habe

Huhu Klarissa,

das sehe ich allerdings auch anders :gott:. Ich glaube z.B. ganz und gar nicht, dass mein Nellytier die Versteckperson allein für mich sucht. Ich habe ihr beigebracht, dass es sich lohnt, nicht nur den Hasen zu jagen, sondern die Nase auch für den "menschlichen Geruch" einzusetzen, weil die Versteckperson lecker Futter hat oder sie bei selbiger lecker Futter bekommt und es große "Party" gibt. Ihre Motivation ist in erster Linie ihr Naseneinsatz (die Veranlagung bringt sie mit) für Futter und Bestätigung (was für sie sehr positiv ist)! Den Hund zum Erfolg zu bringen ist dann wiederum die schwierige Aufgabe des Menschen, die man den Hund auch nicht lehren kann. Daraus entsteht Teamarbeit, wenn man es denn schafft :umfall.

Ich denke aber auch, dass das Thema Trailen im Zusammenhang mit Motivation in diesem thread nicht unbedingt geeignet ist, weil die meisten Beagles bei Nasenarbeit ähnlich motiviert sind wie die Borders beim Thema "will please" oder die Labbis beim Thema Apportieren. Mensch muss die Motivation "nur" entsprechend lenken :winkgrin: :flucht:

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#64

Beitragvon snakchen » 22.03.2012, 08:03

Beitrag von snakchen »

Ich denke auch, dass ein ambitionierter Hundesportler keinen Beagle nimmt, eben weil der beagle oft mal sein eigenes Ding macht. Bei kleineren Turnieren halten sie gut mit, im Agi wie in der UO, aber wenn man hoch hinaus will, also große Turniere, landesübergreifend womöglich, dann bleibt der Beagle auf der Strecke, selbst wenn er es bis dahin schaffen sollte. Das ist zumindest meine Erfahrung. Der Beagle ist ein guter Allrounder der alles mitmacht, aber ein einziges Ding bis zur Perfektion - ich kenne keinen weder in meinem Umfeld noch hier im Forum.
Verena & Elli hat geschrieben: Beim Mantrailing muss man den Hund "sein Ding machen lassen" und dabei als Hundeführer aufpassen, dass man ihm möglichst wenig im Weg steht! Das ist natürlich genau das Richtige für einen Beagle, aber diese "Hundesportart" (wenn man es so nennen will) hat ja nun extrem wenig mit der Motivierbarkeit des Hundes in Bezug auf seinen Menschen zu tun.
Ulrike hats ja schon gesagt, Mantrailing ist extreme Teamarbeit. Wenn der Mensch nicht aktiv mit dem Körper mitarbeitet baut man sich Fehler ein. Die vielleicht noch ein suchwütiger Beagle verzeiht, aber ein anderer Hund sicher nicht mehr.
Von dem her ist der Beagle auf dem Gebiet "Sucharbeit" sicher sehr motiviert - weil er eben manchmal auch einen Mehlsack an der Leine mitschleifen würde - in den meisten Fällen. Nur ist er dann auf dem trail sicher offener für anderes.

Liebe Grüße,
Karin

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Beitragvon Verena & Elli » 22.03.2012, 17:38

Beitrag von Verena & Elli »

Ulrike hat geschrieben: Wenn man beim Trailen den Hund nur "sein Ding machen lassen" muss und als Mensch nichts anderes tut, als ihm möglichst wenig im Weg zu stehen, kommt man im Leben nicht bei der Suchperson an, allenfalls durch Zufall.

Trailen ist Teamarbeit! Der Vorteil beim Beagle ist doch der, dass er oft von vornherein schon motiviert ist, weil das eine Art der Auslastung ist, die zu seinen genetischen Vorgaben passt. Das mache ich mir als Mensch zunutze, weil Beagles in der Regel Nasentiere sind :winkgrin: .
Hallo Ulrike,
danke, du kannst das besser erklären als ich :2thumbs: .
Ich weiß, dass beim Trailen "Teamarbeit" wichtig ist. Allerdings wollte ich verdeutlichen, dass ein entsprechend veranlagter Hund soooo viiiiel mitbringt, dass man das als Mensch "nur" in Bahnen lenken muss. Zuviel Unterordnung ist ja da zum Beispiel auch sehr kontraproduktiv. Oder ein Hund, der ständig fragt, sich umschaut, und "sagt": Ist das so richtig, Mama???! . Weißt du, was ich meine?! Als Mensch muss man beim Trailen doch in erster Linie seinen Hund lesen lernen (ihn also"sein Ding machen lassen" und dabei sehr gut beobachten), um ihn bei eventuellen Schwierigkeiten hier und da behutsam zu unterstützen. Aber letztlich muss man seinem Hund vertrauen, weil nur er allein den Individualgeruch eines Menschen mit der Nase ausarbeiten kann (und nicht der in Sachen Nasenarbeit gänzlich untalentierte Hundeführer :-))). Der Mensch hinten an der Leine muss aufpassen, dass er seinen Hund nicht verwirrt, aus der Konzentration bringt, ausbremst oder sonstwie "nervt". Man überquert zwar gemeinsam eine vielbefahrene Straße oder sonstige Gefahrenstellen, aber letztlich "führt" über weite Teile des Trails der Hund den Menschen, oder nüscht?
:lol:
So, das war jetzt mal "frei weg" ganz laienhaft und aus dem Bauch heraus formuliert.
Vielleicht habe ich hier aber wirklich einen Denkfehler? Dann erklärt es mir bitte, ihr Mantrailexperten!

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#66

Beitragvon Verena & Elli » 22.03.2012, 18:02

Beitrag von Verena & Elli »

Klarissa hat geschrieben: Leute die vorhaben auf Unterordnungsturniere zu gehen schaffen sich wahrscheinlich eher keinen Beagle an. Nicht weil er überhaupt nicht geeignet wäre. Er ist dazu zu motivieren!!!

- Aber weil er eigentlich für etwas anderes gezüchtet wurde was er besser kann und was er sicher lieber macht. Etwas mit Nasenarbeit z.B.
:2thumbs:

Mulle

#67

Beitragvon Mulle » 31.03.2012, 21:08

Beitrag von Mulle »

Anja hat geschrieben:
SchnuffelBarney hat geschrieben:...
Kann mich noch gut erinnern, als ich bei der ersten Hundeschule war. Mir wurde gleich zu anfang gesagt: "Oh, Gott ein Beagle, da haben sie sich ja was angetan!" Klasse, oder?!...
Genau so hat unsere Hundelehrerin auch erst reagiert. Ich bin aber dabei geblieben und habe ihr, glaube ich - nein, weiß ich - gezeigt, dass ein Beagle nicht schwer erziehbar ist.
Wir habe heute unseren - sehr netten - Hundetrainer darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir vielleicht schon ab Mai mit Schäferchen und Beagle zum Erziehungskurs kommen. Da kam dann augenzwinkernd ein ähnlicher Kommentar.
Mein Mann und ich sahen uns an und ich sagte nur: "Den erziehen wir uns schon."
Gemeint war der Hundetrainer.

Aber im Ernst: Es ist sehr schön zu hören, dass Beagle gar nicht so stur und schwer zu motivieren sind, wie es oft heißt.
Eine andere Beaglehalterin sagte mir: "Is ganz einfach. Denk wie ein Beagle. Denk: "Futta?"" :lol:

kai

#68

Beitragvon kai » 31.03.2012, 21:30

Beitrag von kai »

Mulle hat geschrieben:"Is ganz einfach. Denk wie ein Beagle. Denk: "Futta?"" :lol:
:jumpgrin: den muss ich mir merken :kinggrin:

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