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Besuchshundeausbildung

Verfasst: 16.12.2018, 14:43
von tanja
Ich weiß gar nicht, ob wir einen ausgebildeten Besuchshund hier im Forum haben!
Ich interessiere mich schon seit längerem für die Ausbildung von Lucy. Es kam mir gleich in den Sinn, als sie uns kam, weil sie ja sehr menschenbezogen ist. Damals war sie jedoch insgesamt noch viel zu unsicher und schüchtern, so dass wir definitiv gescheitert wären. Heute und nach einigen Jahren Arbeit ist sie ganz gut in sich gefestigt, insgesamt sehr gereift und deutlich ruhiger, so dass ich mir vorstellen könnte, dass es was für uns wäre.

Mein Vater hatte Alzheimer und ist vor einem Jahr gestorben. Daher habe ich mich mit dem Thema Demenz recht intensiv beschäftigt und könnte mir gut vorstellen, anderen Menschen mit Demenz vielleicht mit einem Besuch und der Gegenwart von Lucy eine Freude zu machen. Meine Hunde oder auch nur das Erzählen von ihnen haben bei meinem Vater immer eine emotionale Regung verursacht auch als er schon sehr weit weg war in seiner eigenen Welt :liebhab:

Es bilden ja unterschiedliche Vereine/Träger dazu aus, und auch der Hund muss eine kleine Prüfung meistern. Das ist nicht das Problem, aber ich fürchte, dass es an diesen Vorgaben scheitern würde:

*Der Impfstatus ist aktuell und bezieht sich im Minimum auf die auf den Menschen übertragbaren Krankheiten
*1x jährlich Gesundheits-Check
*Bestätigung, dass der Hund regelmäßig vorbeugend gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt wird

...wobei Punkt 2 ja einzurichten sei, aber ich wäre nicht bereit, Lucy für so einen Einsatz regelmäßig zu impfen oder zu entwurmen!

Weiß jemand, ob sich mein Wunsch damit in Luft auflöst, oder wie und wo ich eine Chance hätte?

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 16.12.2018, 14:58
von Franzi
Hi Tanja,
ich denke es kommt vor allem auf den Träger und Ausbilder an. Vielleicht kannst du einfach mal anfragen. Manche Träger erwarten die regelmäßige Entwurmung, andere wiederum sehen es nicht so eng und wollen keine Nachweise.
Wahrscheinlich war die Antwort jetzt noch nicht allzu hilfreich, aber ich denke nicht, dass es daran scheitern MUSS.
Ich kenne mich vor allem mit den Schul(besuchs-)hunden aus und in diesem Fall ist es wirklich je nach Träger und Schule unterschiedlich.

Liebe Grüße!

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 17.12.2018, 07:59
von Birgitt
Franzi hat geschrieben:
16.12.2018, 14:58
Hi Tanja,
ich denke es kommt vor allem auf den Träger und Ausbilder an.
Hallo Tanja,
diese Erfahrung habe ich auch gemacht.

Bei uns hier in der Umgebung werden besonders von Einrichtungen der Stadt/des Kreises die von dir genannten Punkte gefordert bzw. verlangt. Durch eine Bekannte wurde ich dann auf Einrichtungen der Kirche aufmerksam gemacht, bzw. auf die Senioren/Pflegeheime.
Diese sind viel kooperativer und verlangen nicht zwangsläufig alle Impfungen und Entwurmungen, auch nicht unbedingt einen jährlichen Gesundheitscheck.
Mit Nefeli habe ich vorletztes Jahr die Ausbildung zum "Besuchshund in Senioren/Pflegeheime" absolviert und auch bestanden :smilie:
Es ist so schön zu sehen, wie sich die älteren Herrschaften freuen wenn wir kommen. Wir sind eine kleine Gruppe von 4 Personen mit Hund, die regelmäßig jede Woche Besuche machen.

Letztes Jahr habe dann noch eine zusätzliche Ausbildung zum Hospizbegleithund mit ihr gemacht und auch diese Prüfung hat Nefeli bestanden. :liebhab:
Hier werden allerdings andere Anforderungen gestellt, besonders auch an den Hundebesitzer.
Vielleicht erkundigst du dich einfach mal an verschiedenen Stellen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einrichtungen der Kirche unkompliziert mit der Sache umgehen, es bedurfte auch nicht viel Bürokratie.

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 17.12.2018, 11:11
von Lottchen
Ich denke auch, es kommt auf den Träger an. Ich nehme Lilly seit neuestem 1x die Woche mit in die Schule. Das wäre an meiner Ref Schule nie möglich gewesen, mein neuer Schulleiter ist hingegen total offen.
Die Kinder reagieren toll auf Lilly, obwohl sie auch eher zurückhaltend ist. Es ist für die Klasse das Highlight der Woche :liebhab:

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 17.12.2018, 13:16
von tanja
Ach wie schön! Das ist ja ein guter Tipp mit der Kirche.
Ich hatte vor einigen Jahren einige Versuche direkt bei Pflege-/Altenheimen in der Nähe unternommen und war baff erstaunt, dass sich entweder keiner zurückmeldete oder es immer verkompliziert wurde in Sachen Versicherung!
Ich hätte nie gedacht, dass die ehrenamtliche Tätigkeit von einer Dipl.Pädagogin mit freundlichem und gut erzogenem Hund (ehrenamtlich!) so wenig auf Interesse stößt!

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 17.12.2018, 22:15
von Verena & Elli
Lottchen hat geschrieben:
17.12.2018, 11:11
Ich denke auch, es kommt auf den Träger an. Ich nehme Lilly seit neuestem 1x die Woche mit in die Schule. Das wäre an meiner Ref Schule nie möglich gewesen, mein neuer Schulleiter ist hingegen total offen.
Die Kinder reagieren toll auf Lilly, obwohl sie auch eher zurückhaltend ist. Es ist für die Klasse das Highlight der Woche :liebhab:
:2thumbs: Toll! Welche Schulform denn?

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 17.12.2018, 22:35
von Nette
Hi Tanja,
wir haben das damals mit Amanda gemacht. Ist schon lange her, sie war ca. 2 Jahre alt!
Wir waren damals beim Arbeiter-Samariter-Bund. Unsere Hundeschule hatte die Verbindung dorthin. Die abschließende Prüfung war für unsere coole, geräuschunempfindliche Amanda ein Klacks. :rolleyes:
Ich habe es ausschließlich deshalb gemacht, weil ich sie mit in den Kindergarten nehmen wollte.
Auf einem Elternabend habe ich die Eltern den Sinn der Sache erklärt, auch über Ausbildung und Prüfung berichtet. Amanda war und ist immer gültig geimpft, die Ergebnisse der regelmäßigen Kotuntersuchungen (halbjährlich) habe ich mir schriftlich geben lassen, da hat aber nie einer der Leitung oder der Eltern nach gefragt. Unsere Waldkindergarten-Eltern sind aber auch hartgesotten, was Zecken und so angeht...
Es war wahnsinnig interessant zu sehen, was Amanda bei den Kindern alles bewirkt hat! :liebhab:

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 18.12.2018, 07:56
von tanja
Nette hat geschrieben:
17.12.2018, 22:35
Die abschließende Prüfung war für unsere coole, geräuschunempfindliche Amanda ein Klacks. :rolleyes:
Magst du über die Prüfungsinhalte berichten? So richtig geräuschunempfindlich ist Lucy ja nicht gerade :scared: ...oder bezog sich die Prüfung direkt auf die Arbeit im Kiga?

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 18.12.2018, 08:13
von Birgitt
Nette hat geschrieben:
17.12.2018, 22:35
Es war wahnsinnig interessant zu sehen, was Amanda bei den Kindern alles bewirkt hat! :liebhab:
Genau das ist schon eine wahnsinnige Motivation für mich. So viele ältere Menschen hatten früher Hunde und dürfen ja keine mit ins Pflegeheim nehmen. Alleine wenn wir die Zimmer betreten und die leuchtenden Augen zu sehen ist so schön.

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 28.12.2018, 21:58
von Nette
Zum Glück haben wir damals Fotos gemacht:
Die Prüfung bestand aus vielen kleinen Situationen, die die Hunde einzelnd meistern mussten.

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Zuerst wurde Amanda von allen Menschen der Runde gerufen und sollte freudig kommen und Leckerlis nehmen.
Eine leichte Übung für einen Beagle! :winkgrin:


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Hier kam uns eine Frau entgegen, die plötzlich stürzte und dann weglief!


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Flatternde Plane...



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...klappernder Teewagen...



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...aufklappender Schirm...


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...humpelnder Mensch...


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...Besenstil, anstatt Blindenstock...



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...hingeworfende Dosen...
Dann erinnere ich noch verschiedene Hundebegegnungen und anfangs haben wir eine schriftliche Prüfung abgelegt, glaube ich! :rolleyes:
An mehr kann ich mich im Moment leider nicht erinnern... :gott:

Re: Besuchshundeausbildung

Verfasst: 29.12.2018, 09:45
von tanja
Oh danke, liebe Annett! Ich bin mir nicht sicher, ob Lucy davon wirklich alles meistern würde :look: