Impulskontrolle

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snakchen
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Impulskontrolle

#1

Beitragvon snakchen » 30.03.2010, 16:53

Beitrag von snakchen »

Hallo Fories,

Impulskontrolle = Der Hund soll nicht jedem Reiz Hals über Kopf nachgeben
Vor allem beim Antijagdtraining wird es ja oft verwendet, aber auch in alltäglichen Situationen, wie beim Nachlaufen und Fressen von Leckerlies, bei Rausrennen wenn die Tür aufgeht oder vorm vollen Futternapf.
Ich möchte mit meinen beiden mal von Anfang an und richtig die Impulskontrolle üben. Ich hatte das bis jetzt nur ansatzweise und nie wirklich richtig trainiert.

Deshalb meine Frage: Wie habt ihr das trainiert? Beim Antijagdtraining verwendet man ja auch die Reizangel z.B. Ist das eine gute Möglichkeit?
Freu mich schon auf Tipps!

lg, Karin
Gast

#2

Beitragvon Gast » 30.03.2010, 20:33

Beitrag von Gast »

Na dann versuch ich es mal.
Impulskontrolle: das bedeutet gewünschte Kontrolle von Gefühlen und Affekten
Was will ich eigentlich damit erreichen?
* der Hund startet nicht gleich durch wenn er was sieht, und bleibt besser kontrollierbar.
*der Hund bleibt auch unter starker Ablenkung noch ansprechbar.
dies klappt natürlich nicht gleich sofort, sondern will etwas geübt werden.
Wichtig dabei ist ja auch das eigene Timing.
Man kann sie in vielen Bereichen anwenden, besonders gut auch im AJT.
Mit Reizangel würd ich glaube ich nur arbeiten wenn ich einen Assistenten hätte und die IK bereits gut timen kann.
Das geht aber eigentlich mit etwas aufmerksamkeit recht schnell.

Also wie haben wir es geübt hm ja,,,wie schreib ich es nun am besten.
Ich versuch es mal: Jagen setzt sich ja aus verschiedenen Schritten zusammen, die da sind
1. das orientieren dies nehmen wir menschen oft nicht so recht war, jedoch können wir mit geübtem Auge sehen wann unsere Beagelchen dies tun. Sie fangen an zu schnüffeln, oder werden etwas nervöser
ich habe halt versucht aufmerksam inFlames verhalten zu beobachten und konditioneiere gerade ein Umkehrsignal für sie für diese Phase... bei uns wird es dann irgendwann TURN heißen und dem soll ein Handtouch folgen... danach die Belohnung meinerseits.

2. das Fixieren Der Hund verharrt in seiner Bewegung... firert sie für einen Moment ein... dies belohne ich bereits mit einem CLICK... und ich klicke wiederholt... im kurzen Abstand... da vielleicht der erste Click nicht unbedingt bei ihr ankommt.
Irgendwann nimmt sie ihn wahr dann schaut sie zu mir und ich belohne sie. Es sit so, das anfangs die clicks häufiger und in recht kurzem Abstand erfolgen. Dann mit der Zeit aber kann ich die frequenz verringern. Und führe auch ein Wort dazu... bei uns momentan in der Praxis einfach KATZE ... da es die häufiggsten Gelegenheiten sind in denen ich es anwende.Katzen gibt es hier iwe Sand am Meer. Ich hoffe dass irgendwann eifach falls mal kein CLICKER dabei ist das Wort Katze so gut konditioniert ist dass es genügt.
Die Praxis sieht so aus, dass wir in der Tat seit über einer Woche keinen Katzenstreß mehr haben. Quasi prompter Erfolg.Einfach durch die Belohnung dass sie Fixieren darf und ich sie nicht wegzerre. Ist doch genial oder?

3.das hetzen Der Hund belohnt sich bereits selbst... wir können nicht mehr eingreifen, soweit sollte es also nicht kommen
4. die Beute schütteln töten ( je nach Rasse) wie Punkt 3 ...

Wichtig bei der Impulskontrolle ist, dass genau der richtige Moment geclickt wird. Einfach nur die Warnehmung, ohne bereits gezeigte Streßzeichen....
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#3

Beitragvon snakchen » 30.03.2010, 20:40

Beitrag von snakchen »

Super erklärt! Also das mit dem Fixieren klicken hab ich schon mal gehört, aber sehr bezweifelt, da ich keinen persönlich kannte der das so angewendet hat. Nachdem du so einen guten Erfolg damit hast, werde ich das auch probieren.
Daaaanke für deinen Beitrag!

lg, Karin
Gast

#4

Beitragvon Gast » 30.03.2010, 20:45

Beitrag von Gast »

aber nimm dir die gelegenheiten erst mal und schau genau auf das verhalten, um den punkt zu finden wann du clickst und wann es zu spät ist... also und wiederhol die clicks ruhig.... bleib wortlos dabei... irgendwann kommt was an... und das ist dann dein moment....
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#5

Beitragvon snakchen » 30.03.2010, 20:47

Beitrag von snakchen »

Okay. Also sobald er steht und fixiert klicke ich dann oder? Wielange musstest du klicken bis sich Flamie umgedreht hat?

lg, Karin
Gast

#6

Beitragvon Gast » 30.03.2010, 20:52

Beitrag von Gast »

die ersten male war es schon mehrmals... 5 , 6, oder auch imerh... ich hab immer ein paar sekunden abstand... anfangs natürlich weniger... probier einfach... du bekommst ein gefühl dafür
Gast

#7

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 04:51

Beitrag von Gast »

Hallo Karin,
im letzten Theorieseminar hat uns Ariane Ullrich eine ganz einfache erste Übung zur Impulskontrolle gezeigt:
Dein Hund sitzt vor dir und du führst ein Leckerlie von oben vor seiner Nase vorbei Richtung Boden. Jedesmal, wenn der Hund deine Hand anstubsen will, um an das Leckerlie zu kommen, geht die Hand wieder nach oben zum Ausgangspunkt zurück. Der Hund lernt dabei ganz schnell, dass es sich lohnt zu warten, bis das Leckerlie vor ihm auf der Erde liegt und er das Kommando bekommt, es zu fressen :2thumbs:
Gast

#8

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 06:31

Beitrag von Gast »

Von wegen, du kannst nicht erklären. :winkgrin:
Was ich gerade lustig finde - ich machs auch so, aber habs anders interpretiert. Zum Beispiel eben - Roan sieht eine Mieze und stellt sich mit den Vorderbeinen auf eine Anhöhe. Ich sag "Bleib", wie immer in dieser Situation, er bleibt auch und bekommt dann sein Leckerli.
Eigentlich ist es ja wie gehopst und gesprungen - Belohnung fürs Fixieren versus Belohnung fürs Bleiben und nicht Nachlaufen, aber beim Lesen grad hab ich es unterschiedlich empfunden.
Schön, dass du schon erste Erfolge hattest!
Für mich selbst bleibt nur immer eine Frage im Raum stehen: Klappt das auch, wenn Roan weiter von mir entfernt ist? Bisher kam so eine Situation nie und ich möchte sie auch nicht wirklich herbeiführen. :pfeif:

Lieben Gruß,
Nicole
Gast

#9

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 06:40

Beitrag von Gast »

Huhu

Da finde ich auch die Übung "Bienchen" sehr schön.
Also das Bienchen fliegt um seine Nase rum und er darf nicht danach schnappen, ähnlich wie bei Christinas Übung muss der Hund ganz ruhig bleiben, solang bis das Bienchen den Landeplatz ansteuet, an der Lefze anklopft und um Einlass bittet. Wenn der Hund aber vorher schon das Maul aufmacht, fliegt es ein einem Bogen einfach weiter ....

Bienchen

leider bißchen unscharf - wie immer :pfeif:
Gast

#10

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 06:53

Beitrag von Gast »

@Nicole,
das mit der Distanz des Hundes ist wirklich eine interessante Frage. Ich denke ab einer gewissen Entfernung klappt es nicht mehr. So jedenfalls sehe ich es bei Amber, ist sie zu weit von mir entfernt, gehorcht sie längst nicht so gut als ist sie in meiner Nähe.
Gast

#11

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 07:52

Beitrag von Gast »

Huhu
ist sie zu weit von mir entfernt, gehorcht sie längst nicht so gut als ist sie in meiner Nähe.
:gott: Oh ja, wenn sie einmal gemerkt haben dass man aus der Ferne keinen direkten Zugriff mehr hat ...

Ausnahmen gibts aber auch, hängt da immer von der Übung ab ...
Wenn ich Elvan z. B ablege und weg gehe, klapts ganz locker auf 100 m Enfernung dass er vom Platz ins Sitz geht und auch wieder zurück, da brauchts nur ein Signal ...
Das Stop funktioniert erstmal nur bis ca. 30 m. Aber ich denke auch nur weil er weiß dass er danach entweder wieder laufen kann oder zu mir kommen und sich was abholen darf. Extrem schwer wird allerdings wenn freilaufende Hunde auftauchen, auch wenn die noch recht weit weg sind. Da müssen wir noch viel dran arbeiten ...

Impulskontrolle kann man auch im Herbst im Wald ganz schön üben. Den Hund absetzen zwischen den Blättern die der Wind verwirbelt. Schon allein die fliegenden Blätter können ja schon unheimlich reizvoll sein.
Gast

#12

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 08:20

Beitrag von Gast »

Rita hat geschrieben:Huhu

Wenn ich Elvan z. B ablege und weg gehe, klapts ganz locker auf 100 m Enfernung dass er vom Platz ins Sitz geht und auch wieder zurück, da brauchts nur ein Signal ...
Nun das geht bei uns auch, ich sehe da aber einen Unterschied....
Wenn ich mit den HUnden arbeite, dann kann ich sie auch auf Distanz kontrolllieren. Sie sind dann ja im Arbeitsmodus und auf mich fixiert. Lege ich also einen der Hunde ab, wartet er darauf das ich das Kommando auflöse, er achtet also auf mich.
Das klappt bei uns ganz gut.
Es ist aber so, wenn wir im Freilauf sind, und ich vielleicht noch mit anderen Leuten Quatsche und nicht so sehr auf meinen Hund achte, oder wie auch immer. Wenn Wir einfach nur entspannt in der Natur unterwegs sind, da ist eine Große Distanz dem Gehorsam nicht unbedingt förderlich.
Ich achte einfach darauf das die Entfernung nicht mehr als ca 25 m beträgt... und bis dahin funktioniert alles super.
Außerdem möchst ich auch lieber dass der Hund in meiner Nähe ist, er soll wissen, dass wir gemeinsam unterwegssind, und nicht jeder für sich...
Gast

#13

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 09:07

Beitrag von Gast »

Huhu
Wenn Wir einfach nur entspannt in der Natur unterwegs sind, da ist eine Große Distanz dem Gehorsam nicht unbedingt förderlich.
Ich achte einfach darauf das die Entfernung nicht mehr als ca 25 m beträgt... und bis dahin funktioniert alles super.
Genau das ist der Punkt.
Bei uns sind es nicht mehr als max. 20 m. Ist aber auch ein bißchen unterschiedlich, manchmal noch einiges weniger, vor allem wenn ich merke dass er eh sehr unkonzentriert ist. Da gibts dann wikrlich öfter ein Stop wenn er vorläuft oder ich bleibe auch schon mal stehen wenn er schnüffelt. Auch wenn ja er den Radius einhalten soll, wenn ich merke er ist nicht so ganz da, dann halte eben ich den Radius ein, einfach damit er nicht plötzlich ganz weg ist.
Und ja, da ist ein gewaltiger Unterschied zwischen Arbeits- und Bummelmodus. Deshalb arbeite ich eben recht viel mit ihm, auch wenn es nur Tricks und Kunststückchen sind. Auch wenn dann so manch einer sagt "der arme Hund, ständig muss er was machen ... ". Wenn ich aber so dafür sorgen kann dass er bei mir bleibt, also mit dem Kopf, dann mach ich das eben so. Anders krieg ich ihn nicht immer so wirklich an mich "gebunden".

Ein paar nette Übungen zur Impulskontrolle findet Ihr übrigens auch in Marion (coffey) Online-Hundeschule. Von Level 1 bis Level 5, findet Ihr jeweils eine Übung, immer bißchen schwieriger als im vorherigen Level.
Bienchen

#14

Beitragvon Bienchen » 31.03.2010, 09:34

Beitrag von Bienchen »

Impulskontrolle hab ich eigentlich von Welpenbeinen an trainiert. Anfagns mit Futter. Also er darf nicht direkt fressen, ich lege Leckerlie auf Pfoten, auf Nase....beim Fusslaufen fliegt ein Leckerlie und er darfs erst holen, wenn er schön weiter folgt. Dann haben wir das beim Apportieren geübt. Also Spielie fliegt und er darf nicht direkt hinterher usw. Klappt eigentlich ganz gut. Zur Zeit trainieren wir, dass ich ihn hinterm fliegenden Futterdummy ins Platz trillern kann.
Gast

#15

Beitragvon Gast » 31.03.2010, 09:44

Beitrag von Gast »

Huhu
Zur Zeit trainieren wir, dass ich ihn hinterm fliegenden Futterdummy ins Platz trillern kann.
DAS haben wir auch schon gemacht. Also ich werfe zwar kein Futterdummy sonder ein anderes das er toll findet und während er hinläuft sage ich Platz (also ohn Pfeife) oder ich Pfeife dass er umkehrung und zu mir kommen soll. Klappt hervorragend :2thumbs:
Inzwischen ist es schon meist so, dass er dem Dummy einige Schritte hinterher rennt, dann abbremst und mich anschaut, grad als wenn er fragen wollte ob ich nun Pfeife oder Platz sage ... Reagiere ich auf den Blick gar nicht pendelt er so bißchen unentschlossen hin und her, oft muss ich ihn dann sogar ermuntern weiter zu laufen ....
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