Thesen zur Bindung

Ein junger Hund zieht ein, was ist zu beachten. Ein alter Hund hat besondere Bedürfnisse.
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Nette
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Thesen zur Bindung

#1

Beitragvon Nette » 05.11.2019, 23:04

Beitrag von Nette » 05.11.2019, 23:04

Unsere Züchterversammlung ist immer auch eine Fortbildung für uns Züchter.
Jedesmal gibt es einen Vortrag zu einem interessanten Thema.
Diesmal war eine Doktorantin von Udo Gansloßer (Zoologe und Verhaltensforscher für Säugetiere) eingeladen.
Einige haben bestimmt schon das eine oder andere Buch von ihm gelesen, ich lese gerade sein Buch "Das Gefühlsleben unserer Hunde".
Im Vortrag ging es hauptsächlich um Bindungs- und Beziehungsaufbau von Welpen, aber auch von älteren Hunden zum Menschen.
2 Thesen haben mich zum Nachdenken gebracht und ich würde gerne wissen, was ihr davon haltet:

"Welpen sind erst mit 16 Wochen in der Lage eine Bindung aufzubauen!"
Wir als Züchter sollten unseren Welpenkäufern raten, erst nach der 16. Lebenswoche Urlaub zu nehmen und davor den Welpen von IRGEND JEMANDEM betreuen zu lassen. Das kann eine Nachbarin sein oder ein Hundesitter - egal! Wenn man gleich die erste Zeit, also zum Einzug des Welpen Urlaub nimmt, würde das für die Bindung gar nichts bringen.

Ich kann das gar nicht glauben!
Das würde ja bedeuten, dass sie in den ersten 9 oder 10 Wochen auch zu uns keinerlei Bindung aufbauen würden. Macht das den Umzug leichter für die Welpen, wenn sie beim Auszug also "nur" ihre Mama und die Geschwister vermissen würden und vielleicht noch das gewohnte Körbchen, denn eine Ortsbindung ist bis zur 14. Woche vorhanden. Und was ist mit dem Folgetrieb? Würden sie wirklich hinter jedem beliebigen herlaufen? Ist es nur Einbildung wenn wir glauben, dass die Welpen ihre neuen Besucher durch die Besuche bei uns schon etwas kennenlernen?

"Liebe geht nicht durch den Magen!"
Bindung entsteht fast ausschließlich durch Körperkontakt, kuscheln und Emotionen.
Futtergaben oder Leckerlis werden natürlich genommen, sind aber nicht bindungsfördernd.

Und das sagt sie zu uns Beagleleuten! :winkgrin:
Das würde auch der Theorie der Handfütterung entgegenstehen!
Bei fehlender Bindung sollte man den Hund also lieber mit ins Bett nehmen, als mit Hund und Frühstück durch den Wald zu laufen!

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

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Re: Thesen zur Bindung

#2

Beitragvon Max » 06.11.2019, 05:06

Beitrag von Max » 06.11.2019, 05:06

Nette hat geschrieben:
05.11.2019, 23:04
Ich kann das gar nicht glauben!
Ich auch nicht.

Denn dann wären alle Erkenntnisse und Erfahrungen zum Thema Prägephasen beim Welpen obsolet.

Abgesehen davon spürt man doch regelrecht, wie im Laufe so einer Phase die Bindung quasi getestet wird und schließlich wächst.


Aber ich bin kein Doktor und habe keine Bücher geschrieben, daher ist mir das Thema wohl zu hoch :datz:




Gruß Max

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Re: Thesen zur Bindung

#3

Beitragvon Hollywood82 » 06.11.2019, 05:39

Beitrag von Hollywood82 » 06.11.2019, 05:39

Auch wenn Peanut unser erster eigener Hund ist und auch erst 16 Wochen, deutet sein Verhalten schon seit kurz nach dem Einzug auf eine sich aufbauende Bindung hin. Allein schon das zurückziehen hinter meine Beine um Schutz oder Unterstützung zu suchen wenn ihm etwas unbekannt oder suspekt ist.

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Re: Thesen zur Bindung

#4

Beitragvon Sabine Kuhn » 06.11.2019, 08:33

Beitrag von Sabine Kuhn » 06.11.2019, 08:33

Zu Punkt 1, ich tue mich schwer mit dieser Aussage :afraid:
Ich habe es bis jetzt bei allen Hunden so gehalten, erst einmal Urlaub nehmen und bin damit, bis jetzt, super gefahren. Ich behaupte eine gute Bindung zu meinen Hunden zu haben und werde das wohl auch so weiter beibehalten :winkgrin:
Und alle meine Hunde, freuen sich noch immer riesig, wenn sie ihre menschlichen Hundeeltern wiedersehen :liebhab: somit kann ich mir das erst recht nicht vorstellen...

Zu Punkt 2, Marlin schläft von Tag 1 im Bett, die Shelties nicht. Habe keinen der 3 am Anfang nur aus der Hand gefüttert.
Unsere Bildung / Kommunikation wurde bei allen 3 Hunden deutlich fester, als ich angefangen habe mit ihnen Sachen zu erarbeiten, kleine Tricks und ähnliches (natürlich mit Futter :winkgrin: ).

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Re: Thesen zur Bindung

#5

Beitragvon Gast » 06.11.2019, 08:57

Beitrag von Gast » 06.11.2019, 08:57

Es ist aus der Sicht des Besitzers wirklich schwer zu glauben, aber da ist was Wahres dran. Bindung, so habe ich an anderer Stelle gelesen, baut sich langsam auf. Und der Folgetrieb hat mit Bindung nur untergeordnet zu tun. Jule und Paula haben anfangs auch zwischen oder hinter den Beinen anderer Leute Schutz gesucht. Schlimmer noch, sie sind auch anderen gefolgt, die sie gut behandelt haben.
Die Prägephase der ersten 8 Wochen wird durch die Sozialisierungsphase, die auch so ca. 8 Wochen dauert, abgelöst. Erst danach erfolgt dann langsam die Bindung an das neue "Rudel", in dem der/die Neue ihren Rang findet und akzeptiert.
Damit sind die ersten 16 Wochen ohne Bindungsaufbau zumindest zeitlich erklärt.

Wir haben Jule als Welpe bei der Züchterin mehrfach besucht und uns eingebildet, sie hätte uns ausgesucht. Das war ganz toll, aber wohl doch nur Einbildung. Denn bei Paula haben wir uns nach dem ersten Besuch festgelegt und sie 3 Tage später abgeholt. Und weil Jule beim ersten Besuch dabei war und diesen Welpen "wohlwollend" beschnuppert hat, haben wir das als "aussuchen" interpretiert.

Wie die Bindung dann tatsächlich aufgebaut und gefestigt wird, kann ich mit unseren beiden nicht belegen. Wir haben sie täglich liebevoll behandelt, gestreichelt, gekuschelt, gefüttert, konsequent erzogen und gelobt. Und obwohl Bindung mittlerweile gut vorhanden ist, arbeiten wir ständig daran. Liebe will schließlich gepflegt werden. Nicht nur bei unseren Beagles.

Nach allem, was ich bisher zu diesem Thema gelesen habe, hat die Natur es schon richtig eingerichtet. Wir vermenschlichen dabei wohl etwas zu viel.

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Re: Thesen zur Bindung

#6

Beitragvon jutta » 06.11.2019, 09:36

Beitrag von jutta » 06.11.2019, 09:36

Klasse Thema!!!
Nette hat geschrieben:
05.11.2019, 23:04
"Welpen sind erst mit 16 Wochen in der Lage eine Bindung aufzubauen!"
Wir als Züchter sollten unseren Welpenkäufern raten, erst nach der 16. Lebenswoche Urlaub zu nehmen und davor den Welpen von IRGEND JEMANDEM betreuen zu lassen. Das kann eine Nachbarin sein oder ein Hundesitter - egal! Wenn man gleich die erste Zeit, also zum Einzug des Welpen Urlaub nimmt, würde das für die Bindung gar nichts bringen.
Ich nehme das jetzt mal mit den 16 Wochen so zur Kenntnis und glaube es auch. Allerdings finde ich die Empfehlung mit dem Urlaub und den Welpen in fremde Hände zu geben, völligen Blödsinn. Man muss sich mal vorstellen, man holt sich mit 8 bis 9 Wochen so ein kleines Wesen ins Haus, um es dann von anderen betreuen zu lassen.
Gut, sie hätte jetzt auch sagen können, liebe Züchter, gebt die Hunde erst mit 16 Wochen ab, aber dann wären wohl Papierkügelchen geflogen. :jumpgrin:
Aber im Endeffekt geht es wohl in diese Richtung.

Nette hat geschrieben:
05.11.2019, 23:04
Das würde ja bedeuten, dass sie in den ersten 9 oder 10 Wochen auch zu uns keinerlei Bindung aufbauen würden. Macht das den Umzug leichter für die Welpen, wenn sie beim Auszug also "nur" ihre Mama und die Geschwister vermissen würden und vielleicht noch das gewohnte Körbchen, denn eine Ortsbindung ist bis zur 14. Woche vorhanden. Und was ist mit dem Folgetrieb? Würden sie wirklich hinter jedem beliebigen herlaufen? Ist es nur Einbildung wenn wir glauben, dass die Welpen ihre neuen Besucher durch die Besuche bei uns schon etwas kennenlernen?
Das leuchtet mir alles ein.Da genügend andere Hunde (Mama, Geschwister) bei euch sind, während der Welpenzeit,konzentriert es sich noch nicht so stark auf den Menschen. Es ist ja die Prägephase bei euch. Dann folgt im neuen Haus die Sozialisierungsphase, wo auf den Hund so viel einstürmt, dass die Bindung zum Menschen erstmal in den Hintergrund rückt.Würde also alles Sinn für mich machen.
Wenn zu euch, Nette, die Welpenleute kommen, werden sie doch in der Regel von allen Welpen neugierig umlagert. Meist oder oft ist es doch dann so, dass die Menschen und der Züchter, sich nun den am besten passenden Hund/Charakter aussuchen. Automatisch konzentriert sich dann das Verhalten des Menschen auf diesen einen Hund. Der Welpe bekommt mehr Aufmerksamkeit und spürt das natürlich auch.
Folgetrieb, würde ich schon sagen, dass sie erstmal jedem folgen würden, der interessant für sie ist.
Nette hat geschrieben:
05.11.2019, 23:04
Bindung entsteht fast ausschließlich durch Körperkontakt, kuscheln und Emotionen.
Futtergaben oder Leckerlis werden natürlich genommen, sind aber nicht bindungsfördernd.

Das würde auch der Theorie der Handfütterung entgegenstehen!
Bei fehlender Bindung sollte man den Hund also lieber mit ins Bett nehmen, als mit Hund und Frühstück durch den Wald zu laufen!
Auch das ist einleuchtend. Durch die Handfütterung habe ich eine starke Ressource, um den Hund lernwillig zu machen. Für die Bindung ist es wohl eher nebensächlich.

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Re: Thesen zur Bindung

#7

Beitragvon Bombelino » 06.11.2019, 09:46

Beitrag von Bombelino » 06.11.2019, 09:46

Meine bescheidene Meinung.

Ich habe Dino (mein vorheriger Hund) mit 8 Wochen bekommen und nun haben wir Dr. Watson mit 9 Wochen geholt.
Bei Dino war ich dann zwei Wochen zuhause und musste dann auf einen einwöchigen Kurs. Nach dieser Aussage hätte sich also noch keine Bindung aufgebaut.
Ich wohnte damals noch im selben Haus wie meine Eltern und so dachte ich kein Problem, Mama wird sich die Woche liebevoll um ihn kümmern.
Mittwochs fuhr ich knapp 300km heim weil er nichts fraß weil ich nicht da war.

Entsprechend kann ich diese These nicht unterschreiben.

Was das Futter angeht bin ich geneigt das auch so zu sehen.
Es hat den Anschein das durch Futter aus der Hand geben die Bindung besser wird. Die wird es in meinen Augen aber dadurch das man sich in diesem Moment mit dem Hund beschäftigt. Tut man das ohne Futter festigt sich die Bindung auch da es ein Hund liebt etwas mit Herrchen/Frauchen zu unternehmen.

Mein Vater sagte immer der Hund folgt zuerst dem der ihn füttert und das habe ich schon mit Dino widerlegt. Den hat von Anfang an meine Mutter gefüttert. Das haben wir gemacht weil Vater das so sagte und wir wussten das sie als mit ihm unterwegs sein wird. Er war knapp 10 Kilo schwerer als Sie und sollte dementsprechend eine gute Bindung zu ihr haben und hören. Trotzdem war ich immer seine Person Nummer eins. Weil ich ihn trainierte, mit ihm im Schlamm kroch und einfach am meisten Zeit mit ihm verbrachte.

Gast

Re: Thesen zur Bindung

#8

Beitragvon Gast » 06.11.2019, 12:48

Beitrag von Gast » 06.11.2019, 12:48

jutta hat geschrieben:
06.11.2019, 09:36
Allerdings finde ich die Empfehlung mit dem Urlaub und den Welpen in fremde Hände zu geben, völligen Blödsinn. Man muss sich mal vorstellen, man holt sich mit 8 bis 9 Wochen so ein kleines Wesen ins Haus, um es dann von anderen betreuen zu lassen.
Das muss man, glaube ich, differenziert sehen.
Das heißt doch nur, dass man zunächst einmal ganz normal seiner Arbeit nachgehen sollte und den Hund in seiner Abwesenheit von jemandem beaufsichtigen lässt. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, wer die Aufsicht führt. Nach der Arbeit hat man den Hund dann für sich.
Urlaub nach den ersten 16 Wochen ist für den Aufbau der Bindung wichtiger, als den Hund gerade in dieser Phase täglich ein paar Stunden alleine zu lassen.
Insofern ist das eben kein völliger Blödsinn, auch wenn es sich aus menschlich emotionaler Sicht zunächst so anfühlt.

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Re: Thesen zur Bindung

#9

Beitragvon Bombelino » 06.11.2019, 13:37

Beitrag von Bombelino » 06.11.2019, 13:37

Beagledaddy hat geschrieben:
06.11.2019, 12:48
Urlaub nach den ersten 16 Wochen ist für den Aufbau der Bindung wichtiger, als den Hund gerade in dieser Phase täglich ein paar Stunden alleine zu lassen.
Insofern ist das eben kein völliger Blödsinn, auch wenn es sich aus menschlich emotionaler Sicht zunächst so anfühlt.
Wenn denn die These stimmt, was noch zu klären wäre.

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Re: Thesen zur Bindung

#10

Beitragvon Nette » 06.11.2019, 21:03

Beitrag von Nette » 06.11.2019, 21:03

Dankeschön für eure Meinungen!
Hollywood82 hat geschrieben:
06.11.2019, 05:39
Allein schon das zurückziehen hinter meine Beine um Schutz oder Unterstützung zu suchen wenn ihm etwas unbekannt oder suspekt ist.
Klar stellt Peanut sich hinter deine Beine, aber hätte dort jemand anders gestanden, hätte er vielleicht dort Schutz gesucht.
Beagledaddy hat geschrieben:
06.11.2019, 08:57
Wir haben Jule als Welpe bei der Züchterin mehrfach besucht und uns eingebildet, sie hätte uns ausgesucht.
Ja, dazu gibt es die dollsten Geschichten und manchmal hilt das Welpenleuten auch bei ihrer Entscheidung.
Wir sehen die Welpen 24 Stunden und sehr oft laufen alle Welpen zu allen Besuchern... :winkgrin:
Wahrscheinlich ist das dann zumindest so, dass Welpen zum Ende der Zeit ihre Leute schon etwas "kennen".
Zumindest haben sie schon ein paar schöne Erfahrungen mit ihnen gemacht, haben auf ihrem Schoß geschlafen, haben mit ihnen gespielt und wurden gefüttert.... :liebhab:

Ich denke auch Jutta, eine Fremdbetreuung ist schwierig, ich würde das emotional gar nicht hinkriegen mit so einem kleinen Welpen! Für uns sind 3 Wochen Urlaub in der Anfangszeit schon immer zuwenig gewesen. Wir wünschen uns eine längere Eingewöhnungszeit, bis der Welpe mal ne Zeit allein bleiben kann. Oftmals sind das ja ganz unterschiedliche Lebensumstände und Planungen. Aber vielleicht ist eine Zwischenbetreuung "durch Oma" doch akzeptabel. Wir geben unsere Welpen oft in der 10. Woche ab. Eine Abgabe mit 16 Wochen stand übrigens nicht zur Diskussion und das kann ich mir wirklich auch gar nicht vorstellen....
Bombelino hat geschrieben:
06.11.2019, 09:46
Mittwochs fuhr ich knapp 300km heim weil er nichts fraß weil ich nicht da war.
Das ist natürlich sehr unglücklich aber auch ungewöhnlich!

Gast

Re: Thesen zur Bindung

#11

Beitragvon Gast » 06.11.2019, 22:31

Beitrag von Gast » 06.11.2019, 22:31

Bombelino hat geschrieben:
06.11.2019, 13:37
Beagledaddy hat geschrieben:
06.11.2019, 12:48
Urlaub nach den ersten 16 Wochen ist für den Aufbau der Bindung wichtiger, als ...
Wenn denn die These stimmt, was noch zu klären wäre.
Die These ist ja nicht von mir.
Offensichtlich arbeitet die Doktorandin von Udo Gansloßer über dieses Thema; rein wissenschaftlich und emotionslos.
Wenn wir einen Welpen übernehmen, ist das für uns jedoch ein sehr emotionaler Akt. Und das hat mit Wissenschaft wenig zu tun. Aber ohne die wissenschaftliche Verhaltensforschung wüssten wir nichts über z.B. die Präge- und Sozialisierungsphase. Auch die altväterlichen, zum Teil gewaltbehafteten, Erziehungsmethoden wurden dank wissenschaftlicher Arbeit durch eine liebevolle, durch positive Verstärkung geprägte Erziehung ersetzt.
Die Zukunft wird zeigen, inwieweit die "These der 16 Wochen" Eingang in die Übernahme von Welpen findet. Das heißt ja nicht, dass man den Welpen nicht mit 8 Wochen übernehmen kann. Man sollte für die erste Zeit eben eine andere Art der Beaufsichtigung wählen und seinen Urlaub später nehmen, um dann ganztägig an der Bindung arbeiten zu können.
Inwieweit das möglich ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

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Re: Thesen zur Bindung

#12

Beitragvon Bombelino » 07.11.2019, 09:06

Beitrag von Bombelino » 07.11.2019, 09:06

@Beagledaddy
ich sage ja nicht das es deine These ist. Du schreibst aber nicht im Konjunktiv sondern als sei die These schon Fakt.
Insofern „könnte“ es eben doch auch völliger Blödsinn sein.

Da es eine These ist kann es gar kein Fakt sein und muss dementsprechend auch als Möglichkeit betrachtet werden.

Eigentlich ist mir so ne Formulierung ja egal aber da du gerne auf Spitzfindigkeiten achtest wollte ich es erwähnt haben.

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Re: Thesen zur Bindung

#13

Beitragvon jutta » 07.11.2019, 09:52

Beitrag von jutta » 07.11.2019, 09:52

Es gibt ja für die Hund-Menschbindung keine feste Definition.
Was versteht ihr denn unter Bindung?

Für mich ist es das enge, vertrauensvolle Verhältnis des Hundes zum Menschen.

Nette, hat die Dame das denn auch begründet, warum es erst ab 16 Wochen für den Welpen möglich sein soll, eine Bindung aufzubauen? Was ich oben in meinem Post dazu schrieb, sind ja nur meine Vermutungen.

Gast

Re: Thesen zur Bindung

#14

Beitragvon Gast » 07.11.2019, 12:38

Beitrag von Gast » 07.11.2019, 12:38

Bombelino hat geschrieben:
07.11.2019, 09:06
Du schreibst aber nicht im Konjunktiv sondern als sei die These schon Fakt.
Eine These an sich ist schon nur eine begründete Möglichkeit. Insofern erübrigt sich die weitere Verwendung des Konjunktivs innerhalb der These.
Bombelino hat geschrieben:
07.11.2019, 09:06
Insofern „könnte“ es eben doch auch völliger Blödsinn sein.
Blödsinn vielleicht, aber kein völliger. Wie gesagt basiert eine These auf begründeten, häufig empirisch gewonnenen Annahmen und Beobachtungen. Etwas Wahres ist da mit Sicherheit dran.
Bombelino hat geschrieben:
07.11.2019, 09:06
Da es eine These ist kann es gar kein Fakt sein ...
Nun, die Relativitätstheorie hat auch mal als These begonnen und wird jetzt allgemein als Fakt anerkannt. Insofern ....
Aber du hast Recht, bis zum Beweis ist eine These eben nur eine Möglichkeit.

Letztlich ist es völlig wurscht, ob die These stimmt oder nicht.
Wie für Jutta besteht für mich die Bindung in einem engen, vertrauensvollen Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Daran arbeiten wir Tag für Tag das ganze Hundeleben lang.

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Re: Thesen zur Bindung

#15

Beitragvon tanja » 07.11.2019, 15:30

Beitrag von tanja » 07.11.2019, 15:30

Boah, Jürgen und Hermann :irre3:
Ich gebe mir wirklich große Mühe im Ignorieren, aber irgendwann ist auch mal Schluss :gott:
Bombelino hat geschrieben:
07.11.2019, 09:06
Eigentlich ist mir so ne Formulierung ja egal aber da du gerne auf Spitzfindigkeiten achtest wollte ich es erwähnt haben.
Und genau diese Spitzfindigkeiten (super, Jürgen, ich hätte es nicht so treffend und gleichzeitig höflich formulieren können :2thumbs: ) gehen mir leider ganz oft auf die Nerven. Sorry, musste mal raus... :blush: und nochmal sorry: offtopic.

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