Thesen zur Bindung

Ein junger Hund zieht ein, was ist zu beachten. Ein alter Hund hat besondere Bedürfnisse.
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Freddysmama
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Re: Thesen zur Bindung

#16

Beitragvon Freddysmama » 07.11.2019, 17:46

Beitrag von Freddysmama » 07.11.2019, 17:46

Nette hat geschrieben:
05.11.2019, 23:04

"Welpen sind erst mit 16 Wochen in der Lage eine Bindung aufzubauen!"


Weiss nicht, aber so wirklich glauben kann ich das auch nicht.
Wobei Freddy als er damals mit 10 Wochen bei mir einzog, nicht einmal gejammert hat. Sondern voller neugierde alles erkundet und sich ins neue Leben gestürzt. Ich hatte nicht den Eindruck das er irgendwen vermisst hat.
Ob unsere Beziehung anders geworden wäre, wenn er die ersten 6 Wochen von irgendwem betreut worden wäre. Hm :gruebel: Mag sein das, ich nenn es mal Unterbewusstsein, erst mit der 16 Wochen realisiert, hier gehör ich hin. Was bei Erwachsenen Hunden, dann vielleicht schneller geht, weil ein Labor,- oder Tierheimhund braucht ja auch ein wenig Zeit zur Eingewöhnung und Vetrauensaufbau.



"Liebe geht nicht durch den Magen!"

Ich würd mal sagen, nicht NUR durch den Magen. Es spielt schon auch eine große Rolle, wie man sich mit seinem Hund beschäfftigt und wieviel Zeit man miteinander verbringt.
Da sprech ich jetzt mal die Familien an. Der Hund hat doch bestimmt in der Familie zu den unterschiedlichen Mitgliedern eine unterschiedliche Bindung, oder ?

Freddy würde mich zwar erstmal für eine Wurst verkaufen, aber wenn die Wurst im Beaglebauch, dann weiß er wieder wo er hingehört. Wenn ich während des Wurstverspeisens nämlich weggehe, muss man gleich nachschieben, wenn nicht, will er mir nach. Das hab ich schon getestet und nicht nur einmal. :yes:

Allerdings ist jeder der dem Freddy mal was leckeres Zugesteckt hat, sein Freund. Das erleb ich tgl. am Flughafen. Ich weiss ganz genau, welche Kollegen dem Beagle mal was gegeben haben. Denn die werden lautstark mit einem "HallohierbinichundhabHunger"- Bellen begrüßt. Während die ohne Keksgabe nur freundlich Schwanzwedelnd begrüßt werden. Und er sich ein paar Streicheleinheiten abholt.
Also so ganz richtig ist diese These dann wohl doch nicht, aber auch nicht ganz falsch, finde ich.
Zuletzt geändert von jutta am 07.11.2019, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitate gerichtet

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Re: Thesen zur Bindung

#17

Beitragvon pandabaerchen » 07.11.2019, 18:12

Beitrag von pandabaerchen » 07.11.2019, 18:12

jutta hat geschrieben:
07.11.2019, 09:52
Nette, hat die Dame das denn auch begründet, warum es erst ab 16 Wochen für den Welpen möglich sein soll, eine Bindung aufzubauen? Was ich oben in meinem Post dazu schrieb, sind ja nur meine Vermutungen.
Ich antworte mal, Annett kann es ja auch noch ergänzen.
Ich war auch auf dem Vortrag und fand ihn sehr einleuchtend. Sie hat gesagt, dass die Welpen bis zur 14. Lebenswoche "nur" eine Ortsbindung haben, was auch erklären würde, warum viele Welpen am Anfang nicht gerne Gassi gehen und schnell zurück wollen.

Wenn ich es bei uns selbst beobachte, habe ich auch das Gefühl, dass es einem Welpen am Anfang "egal" ist, wer ihn betreut. Wenn Freunde von uns da sind oder meine Mutter, haben wir nicht das Gefühl, dass er uns vermisst, das kommt erst später.

Ich habe mir notiert, dass die Personenbindung erst zwischen der 14. und 16. Woche beginnt und dass ein Hund erst mit ca. 12 Wochen überhaupt verstehen kann, dass man wieder kommt, wenn man geht. D.h. aber auch, dass das Üben den Hund alleine zu lassen in den ersten 3 Wochen, die die meisten Urlaub haben überhaupt nicht funktionieren kann. Und das würde auch erklären warum viele Welpen die Wohnung zerlegen, wenn sie alleine sind. Zum einen haben viele sicher zu viel Raum und zu viel Möglichkeiten, aber zum anderen haben sie Verlustängste.

Was ich auch sehr interessant fand, war die These, dass Kinder für Hunde keine Menschen sind. Sie bewegen sich anders, sie riechen anders. Welpen müssen mit Kindern positiv sozialisiert werden. Auch das ist ein guter Hinweis für zukünftige Welpenbesitzer, wie oft hat man das Gefühl, dass der Hund das Kind nicht ernst nimmt, aber vielleicht hat er es gar nicht gelernt?

Sie hat eine Beziehung so definiert, dass das erstmal funktional ist, beide Seiten profitieren davon.

Die Bindung ist eine Beziehung mit Emotionen.

Entgegen vielen Hundetrainern war sie auch dafür, dass man sich von seinem Hund mit einem "tschüß" o.ä. verabschieden und ihn auch mit einem "hallo" o.ä. begrüßen soll.
Das verhindert eine Trennungsstörung, wenn man es jedes Mal wieder so macht. Ein Ritual sozusagen für den Hund, dass ihm Sicherheit gibt.

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Re: Thesen zur Bindung

#18

Beitragvon jutta » 07.11.2019, 18:23

Beitrag von jutta » 07.11.2019, 18:23

pandabaerchen hat geschrieben:
07.11.2019, 18:12
Ich habe mir notiert, dass die Personenbindung erst zwischen der 14. und 16. Woche beginnt und dass ein Hund erst mit ca. 12 Wochen überhaupt verstehen kann, dass man wieder kommt, wenn man geht. D.h. aber auch, dass das Üben den Hund alleine zu lassen in den ersten 3 Wochen, die die meisten Urlaub haben überhaupt nicht funktionieren kann. Und das würde auch erklären warum viele Welpen die Wohnung zerlegen, wenn sie alleine sind. Zum einen haben viele sicher zu viel Raum und zu viel Möglichkeiten, aber zum anderen haben sie Verlustängste.
Danke Annette :hug:
Das würde aber auch bedeuten, dass es eigentlich nicht sehr verantwortungsvoll ist, wenn Züchter die Welpen an ihre Menschen übergeben, wenn sie wissen, dass diese nach spätestens 3 Wochen ihrer Arbeit nachgehen und die Welpen schon allein lassen.

Die Frage ist also, was zieht ihr als Züchter für Schlüsse?

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Re: Thesen zur Bindung

#19

Beitragvon LillyRose » 07.11.2019, 18:31

Beitrag von LillyRose » 07.11.2019, 18:31

Ich denke, es kommt auch ein wenig auf den Hund an. Einige haben eine extreme Bindung zu nur einer Person und andere schließen sich mehreren Familienmitgliedern an.

Flummi und Daimi kamen mit 8 Wochen zu uns und lebten da noch in ihrer "Welpenwelt"
Jeder Mensch war toll und sie sind beim Gassi auch mal anderen Leuten hinterher.

Daimi war die ersten Wochen stundenweise bei meinen Schwiegereltern und hatte meinen Schwiegervater bis zu dessem Tode abgöttisch geliebt.
Das hat allerdings nichts an unserer Bindung geändert, die ich als wesentlich tiefer beschreiben würde.

Flummi war von Anfang an ein Mama Hund und schon mit 9 Wochen nicht sehr glücklich, wenn er alleine bei anderen Familienmitgliedern war.

Hätte es einen Unterschied in unseren heutigen Bindung gemacht, hätte ich sie erst mit 16 Wochen übernommen?
Keine Ahnung!

Allerdings habe ich den Beiden in der Zeit von der 8. bis zur 16. Lebenswoche schon sehr viele Kommandos wie z.B. den Superpfiff beigebracht. Das hätten die Schwiegereltern nicht so hinbekommen.

Das ist ein Grund, warum ich die ersten Lebenswochen und Monate mit einem Welpen sehr wichtig finde und ihn nur wenig zu anderen Leuten geben würde.

Wenn man den Welpen in der Zeit woanders hingibt, muss man sich schon sehr sicher sein, dass dort auch genau die Erziehung befolgt wird, die man selbst einschlägt.

War bei meiner Schwiegermutti nicht immer der Fall - siehe Leineziehen, Häppchen vom Tisch kriegen.

Die anderen 3 Mädels bekam ich ja als sie schon aus dem Welpenalter raus bzw. erwachsen waren. Wir haben eine genauso schöne Bindung und auch mit der Erziehung klappt es.

Allerdings ist es nunmal ein absoluter Vorteil beim Welpenkauf, dass man den Hund von vornerein komplett nach seinen Vorstellungen erziehen und sozialisieren kann. Die Zeit bekommt man nicht zurück.

Es ist alles machbar danach, doch niemals wieder so einfach wie in der Welpenzeit.

LG Krissi

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Re: Thesen zur Bindung

#20

Beitragvon pandabaerchen » 07.11.2019, 18:43

Beitrag von pandabaerchen » 07.11.2019, 18:43

„Wenn man den Welpen in der Zeit woanders hingibt, muss man sich schon sehr sicher sein, dass dort auch genau die Erziehung befolgt wird, die man selbst einschlägt.“

Nicht woanders hingeben. In der Zeit in der keiner da ist, eine Vertrauensperson Zuhause „hinsetzen“. Zuerst die Ortsbindung, dann die Personenbindung aufbauen. So hab ich es verstanden.

„Die Frage ist also, was zieht ihr als Züchter für Schlüsse?“

Ja, das ist schwierig. Bis zur 16. Woche behalten macht keinen Sinn. Bei den Welpen ist es wie bei kleinen Kindern im Kindergarten. Irgendwann „müssen“ sie einfach in die Schule, so ist es auch bei den Welpen. So ab der 8. Woche merkt man, dass sie was erleben wollen, raus aus dem Welpenauslauf.

Wir haben oft Welpenkäufer, die beide „Erziehungsurlaub“ nehmen, nacheinander, dann können sie die ersten Wochen gut abdecken.

Ein Paar hat sich jetzt entschieden, die ersten zwei Wochen zum Eingewöhnen, dann Oma und ab der 14. Woche beide nacheinander.

Leider wird es wohl nicht bei jedem gehen. Aber wir erzählen es allen Interessenten, wenn sie wegen Urlaubsplanung fragen.

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Re: Thesen zur Bindung

#21

Beitragvon Nette » 07.11.2019, 20:33

Beitrag von Nette » 07.11.2019, 20:33

Danke Annette, ich habe mir das auch alles so mitgeschrieben, hatte aber vorhin keine Zeit, alles so gut verständlich hier aufzuschreiben.
(Wir haben zur Zeit total viel Besuch, du kennst das ja auch!) :winkgrin:

Wir geben keine Welpen zu Leuten, die nach 3 Wochen wieder arbeiten gehen, haben wir noch nie gemacht.
Ich glaube aber, dass das öfters passiert, auch noch früher und hoffe, dass der Vortrag einige Züchter zum Nachdenken gebracht hat.
Wir haben so viele Interessenten und suchen genau aus, wer für uns in Frage kommt.
Oft ist jemand zuhause oder der Welpe kann nach einer gewissen Zeit mit zum Halbtagsjob oder er kommt in ein Mehrgenerationenhaus und Oma passt die erste Zeit auf. Diese Möglichkeit sich jemanden am Anfang mit ins Boot zu holen fanden wir schon immer gut, werden es jetzt natürlich öfter anregen! Es gibt soviele verschiedene Varianten der Betreuung.

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Re: Thesen zur Bindung

#22

Beitragvon Nette » 09.11.2019, 21:47

Beitrag von Nette » 09.11.2019, 21:47

Ich werde mir jetzt nochmal ein Buch dazu bestellen, weil mich das Thema schon sehr interessiert.
Gansloßer ist ja nun schon länger im Thema und seine Doktorantin hat angedeutet, dass er als Wissenschaftler seine Thesen natürlich mit Studien und auch Versuchen belegt.
Trotzdem hat jeder Hundemensch und auch jeder Züchter, der mit seinen Hunden eng zusammenlebt auch seine eigenen Erfahrungen. Ich denke für eine gute Bindung ist Vertrauen einfach die Voraussetzung und Vertrauen entsteht erst durch gemeinsame positive Erlebnisse.
Das geht nicht von heut auf morgen sondern muss wachsen. Ich glaube schon, dass die Welpen bei uns ein Grundvertrauen in uns Menschen mitbekommen. Für uns bedeutet das für eine ruhige entspannte Stimmung zu sorgen, bedrohliche Situationen zu vermeiden, eine liebevolle Mama, viel Körperkontakt, kuscheln, kleine Herausforderungen, eben das was man als Prägung bezeichnet. Idealerweise findet dann anschließend eine kontinuierliche Betreuung beim neuen Besitzer statt. Wann dann eine sozial sichere Bindung entsteht ist vielleicht auch individuell. Anton Fichtlmeier meint z.B. dass es mitunter Jahre dauert, bis aus einer Beziehung eine sichere Bindung entsteht. Beruhigend ist es doch auch zu wissen, dass auch ältere Hunde, die ein neues Zuhause bekommen, auch noch eine Bindung aufbauen können, wenn in ihrem bisherigen Leben nicht alles total schief gelaufen ist.... Im Grunde geht man da doch ähnlich wie beim Welpen vor, also durch den Aufbau von Vertrauen, auch wenn es sicherlich länger dauern kann als beim gut geprägten Welpen.
Vielleicht mag noch jemand von seinen Erfahrungen berichten?

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Re: Thesen zur Bindung

#23

Beitragvon tanja » 10.11.2019, 07:36

Beitrag von tanja » 10.11.2019, 07:36

Nette hat geschrieben:
09.11.2019, 21:47
Beruhigend ist es doch auch zu wissen, dass auch ältere Hunde, die ein neues Zuhause bekommen, auch noch eine Bindung aufbauen können, wenn in ihrem bisherigen Leben nicht alles total schief gelaufen ist.... Im Grunde geht man da doch ähnlich wie beim Welpen vor, also durch den Aufbau von Vertrauen, auch wenn es sicherlich länger dauern kann als beim gut geprägten Welpen.
Vielleicht mag noch jemand von seinen Erfahrungen berichten?
Genau das ist doch das faszinierende: Dass Hunde sogar in der Lage sind eine Bindung und Vertrauen aufbauen zu können auch wenn alles schief gelaufen ist! Sonst würde es z.B. mit den Laborbeagles ja gar nicht funktionieren.

Wie bekannt ist haben Lucy mit 2 Jahren bekommen, und ich war überaus beeindruckt, wie schnell sie uns vertraut hat!!! Im Grunde vom 1. Tag an :liebhab: Bindung wuchs kontinuierlich und ebenso wie bei Emma als Welpe. Da letztere ja extrem eigenständig war, mussten wir sehr viel Bindungsarbeit vornehmen, damit sie uns überhaupt ein wenig interessant findet :jumpgrin: Insofern kann ich zeitlich da noch nicht einmal einen Unterschied machen. Fast würde ich sogar sagen, dass die Bindung zu Lucy schneller hergestellt war, weil sie ein sehr menschenbezogener Hund ist.

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Re: Thesen zur Bindung

#24

Beitragvon jutta » 10.11.2019, 11:27

Beitrag von jutta » 10.11.2019, 11:27

Bindung-Vertrauen ist ja eigentlich Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander zwischen Hund und Mensch. Die meisten Menschen wollen heutzutage immer alles wissenschaftlich belegt haben, ohne dabei mal daran zu denken, dass dies meist nur mit Tierversuchen geht. Die wiederum lehnen die meisten ab.
Für mich sind viel wichtiger die Erfahrungen, natürlich auch von Verhaltensforschern, aber noch mehr von Hundebesitzern, die seit Jahren oder Jahrzehnten mit Hunden leben. Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, was sie für eine Bindungsarbeit leisten. Und wenn man bedenkt, dass bei der Bindungarbeit auch was schiefgelaufen kann und es neu aufgebaut werden kann, finde ich das sehr beruhigend, denn niemand ist fehlerfrei und reagiert immer richtig.

Was ich nicht glaube, dass ein Hund sich schon nach einem Tag an seinen Halter bindet.Da wird wohl dann etwas mit Abhängigkeit verwechselt. Bindungsaufbau ist m.M. nach ein Prozess und wielange er dauert und ob er ohne Einbrüche anhält, hängt auch von äusseren Umständen ab und natürlich auch vom Charakter des Hundes und ist wohl nie ganz abgeschlossen.

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Re: Thesen zur Bindung

#25

Beitragvon tanja » 10.11.2019, 15:31

Beitrag von tanja » 10.11.2019, 15:31

jutta hat geschrieben:
10.11.2019, 11:27
Was ich nicht glaube, dass ein Hund sich schon nach einem Tag an seinen Halter bindet.Da wird wohl dann etwas mit Abhängigkeit verwechselt. Bindungsaufbau ist m.M. nach ein Prozess und wielange er dauert und ob er ohne Einbrüche anhält, hängt auch von äusseren Umständen ab und natürlich auch vom Charakter des Hundes und ist wohl nie ganz abgeschlossen.
Sehe ich genauso!
Weiß nicht, ob du auf meinen Beitrag bezogen hast. Falls ja: Ich habe nicht geschrieben oder gemeint, dass Lucy sich vom ersten Tag an an uns gebunden hat, sondern dass sie uns vertraut hat!

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Re: Thesen zur Bindung

#26

Beitragvon jutta » 10.11.2019, 15:41

Beitrag von jutta » 10.11.2019, 15:41

Vertrauen ist die Grundlage für eine gute Bindung. Aber auch Vertrauen braucht Zeit zu wachsen.

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Re: Thesen zur Bindung

#27

Beitragvon Steffen64 » 10.11.2019, 19:03

Beitrag von Steffen64 » 10.11.2019, 19:03

jutta hat geschrieben:
10.11.2019, 15:41
Vertrauen ist die Grundlage für eine gute Bindung. Aber auch Vertrauen braucht Zeit zu wachsen.
Ginger hat fast 6 Monate gebraucht...

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Re: Thesen zur Bindung

#28

Beitragvon tanja » 10.11.2019, 19:11

Beitrag von tanja » 10.11.2019, 19:11

jutta hat geschrieben:
10.11.2019, 15:41
Vertrauen ist die Grundlage für eine gute Bindung. Aber auch Vertrauen braucht Zeit zu wachsen.
Ja, grundsätzlich gebe ich dir recht, sehe aber dennoch keinen Widerspruch zu unserer Anfangssituation mit Lucy. Natürlich gibt es eine Bandbreite an Vertrauen von... bis. Aber ich meine doch erkennen zu können (und meine auch, dass es möglich ist), ob ein Hund sich aus reinen Abhängigskeitsgründen in eine neue Gruppe einfügt oder auf Anhieb wohl und sicher (?) fühlt und daher in der Lage ist, mit einem gewissen (Anfang-) Vertrauen in die Beziehung zu gehen. Ich könnte mir auch vorstellen (aber das ist rein hypothetisch), dass es bei Hunden wie bei Menschen so ist, dass es welche gibt, die sich schneller (oder weniger schnell) öffnen und auch schneller Vertrauen schenken können.

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Re: Thesen zur Bindung

#29

Beitragvon tanja » 10.11.2019, 19:48

Beitrag von tanja » 10.11.2019, 19:48

Vergaß: Ein Hund, der in seinem bisherigen Leben nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, dem wird es vermutlich leichter fallen, Vertrauen zu fassen, zu schenken als ein Hund, der schon schlechte Erfahrungen machen musste.

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Re: Thesen zur Bindung

#30

Beitragvon Maus1970 » 10.11.2019, 19:56

Beitrag von Maus1970 » 10.11.2019, 19:56

@tanja
Ich stimme dir da absolut zu. Die Basis von der aus ein Hund in sein neues zu Hause startet ist bei verschiedenen Hunden absolut unterschiedlich.
Was ist weiß ist, daß sich bei Hunden, ähnlich wie bei Menschen, bei guter Prägung in der Welpen/Säuglingszeit ein Urvertrauen bildet. Dieses Urvertrauen bewirkt, daß dieses Lebewesen zunächst einmal davon ausgeht, daß neue Dinge, die ihm begegnen, positiv und nicht gefährlich sind. Es vertraut darauf, daß die Welt und und von ihm zu bewältigen ist.
An Till ist das bis heute sehr gut zu beobachten. Alles Neue ist gut, bis ihm das Gegenteil bewiesen wurde. :winkgrin:
Solch ein Lebewesen hat es natürlich wesentlich leichter sich in eine neue Gruppe einzufügen und Vertrauen aufzubauen, weil es offen ist und dem Ganzen eine Chance gibt.
Konnte dieses Urvertrauen nur bedingt, oder gar nicht aufgebaut werden ist ein Vertrauensaufbau sehr schwierig, langwierig und mühevoll.

LG

Franziska mit Tlll

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